Schön linear: Alte TV-Kultur erhält Rückendeckung vom Netflix-CEO

Streaming hat die Art, wie Filme und Co. ihre Verbreitung finden können, sehr verändert. Das heißt aber nicht, dass das lineare Fernsehen bald ausgedient hat - so auch die Meinung des Netflix-CEO Reed Hastings. Für sein Unternehmen sieht er eine Zukunft mit neuen Inhalten.
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Streaming wird noch eine ganze Weile brauchen, bis es mehr Markt erobert

Nach aktuellen Zahlen gibt es in Deutschland 17,5 Millionen Streaming-Abonnenten. Die Branche erlebt seit Jahren einen wahren Boom und hofft hierzulande, noch in diesem Jahr die Zahl von 20 Millionen zahlenden Kunden zu knacken. Die glänzende Entwicklung könnte darüber hinwegtäuschen, dass lineares Fernsehen aber mit Abstand weiter die liebste Form des Bewegtbild-Konsums bleibt. Einer täglichen durchschnittlichen Nutzungsdauer im Streaming von rund 1 Stunde stehen 2 Stunden beim Fernsehen gegenüber - mit deutlichen Unterschieden in den Altersgruppen.


Dieser Tatsachen ist sich auch der Netflix-CEO Reed Hastings bewusst, der dem klassischen Weg, auf dem Serien, Filme und anderen Inhalte auf die Bildschirme der Nutzer finden, noch viel Zeit einräumt. Wie der Chef des größten Streamingkonzerns und damit einer der wichtigsten Manager der Branche im Interview mit Spiegel (via Golem) erläutert, hat das klassische TV-Programm aus seiner Sicht noch Jahrzehnte vor sich. Ein klares Ende des linearen Fernsehens sagt Hastings aber trotzdem voraus: "Es wird noch zehn oder sogar 20 Jahre dauern, bis lineares Fernsehen ganz verschwindet."

Keine Nachrichten bei Netflix

Wie der CEO betont, wird Netflix in manchen Bereichen gar nicht erst versuchen, klassische TV-Inhalte auch auf die eigene Plattform zu bringen. So sieht Hastings für sein Unternehmen keine Zukunft, in der Nachrichten-Inhalte eine große Rolle spielen werden. Hier führt der Konzern-Chef auch das Problem an, dass die Produktion solcher tagesaktuellen Inhalte als weltweit tätiges Unternehmen kaum zu stemmen ist.

Für den Netflix-CEO liegt großes Potenzial dagegen bei anderen Inhalten, die man nicht traditionell mit Streaming verbindet: Videospielen. Allerdings gesteht Hastings ein, dass sein Unternehmen gerade erst damit begonnen hat, vorsichtige Töne der möglichen Zukunftsmusik zu spielen: "Wir müssen in diesem Bereich noch viel ausprobieren." Das Produzieren von Filmen und Serien sei im Vergleich mit Spielen aber "geradezu einfach".

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