Vodafone: Datenschutz-Skandal erschüttert Partner-Netzwerk
Vodafone soll seinen Franchisepartnern viel zu leichtsinnig Zugriff auf Daten der Kunden gegeben haben. Aufgrund der daraus entstandenen Betrugsfälle droht nun ein hohes Bußgeld. Aber auch der Informant, der die Sache ans Licht brachte, steht unter Beschuss.
Vodafone agiert mit einer größeren Zahl an Filialen, die formal nicht zum Unternehmen gehören, sondern nur im Rahmen von Franchise-Verträgen unter der Marke des Konzerns auftreten. Und eigentlich dürften diese nur solche Daten aus dem Kundenbestand des Netzbetreibers zu sehen bekommen, die sie für ihre Vertragsabschlüsse benötigen - und wenn die Kunden gerade im Geschäft sind und der damit verbundenen Datenübertragung zustimmen.
In der Praxis lief das aber gänzlich anders. Wie aus einem Bericht des Spiegel hervorgeht, sei es zumindest zeitweise möglich gewesen, von einem Partner-Account aus ohne weitere Hindernisse auf den gesamten Datenbestand zuzugreifen. Und diese Möglichkeit soll von unseriösen Shop-Betreibern auch genutzt worden sein, um Kunden ohne deren Wissen zusätzliche Verträge unterzuschieben und die damit einhergehenden Provisionen zu kassieren.
Informiert wurde Vodafone über einen Shop-Betreiber, der eine Reihe von Geschäftspartnern und Konkurrenten anschwärzte. Zu diesem hat das Unternehmen inzwischen aber ein recht gespaltenes Verhältnis. Einerseits ist man dankbar für die Hinweise. Andererseits machte der Informant auch Andeutungen über weitergehende Fälle und will die Informationen nur übermitteln, wenn Vodafone ihm seinen bisherigen Arbeitsaufwand mit 900.000 Euro Honorar entlohnt. Geschehe dies nicht, wolle er die ihm noch vorliegenden Sachen öffentlich machen. Der Konzern hat daher auch Anzeige wegen versuchter Erpressung erstattet - während der Mann betont, dass diese Darstellung so nicht ganz korrekt sei.
Siehe auch: EuGH: StreamOn der Telekom und Vodafone Pass sind eindeutig illegal
In der Praxis lief das aber gänzlich anders. Wie aus einem Bericht des Spiegel hervorgeht, sei es zumindest zeitweise möglich gewesen, von einem Partner-Account aus ohne weitere Hindernisse auf den gesamten Datenbestand zuzugreifen. Und diese Möglichkeit soll von unseriösen Shop-Betreibern auch genutzt worden sein, um Kunden ohne deren Wissen zusätzliche Verträge unterzuschieben und die damit einhergehenden Provisionen zu kassieren.
Ermittlungen laufen
In der Sache ermittelt aktuell der Bundesdatenschutz-Beauftragte. Dieser kann bei solchen Verstößen gegen die Regelungen, die in der Datenschutz-Grundverordnung festgehalten sind, bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes als Bußgeld verhängen. Das würde bei Vodafone auf 460 Millionen Euro hinauslaufen. Allerdings ist anzunehmen, dass der Konzern deutlich günstiger aus der Sache rauskommt, denn man zeigt sich kooperationsbereit und hat das Problem auch selbst bei der Behörde gemeldet.Informiert wurde Vodafone über einen Shop-Betreiber, der eine Reihe von Geschäftspartnern und Konkurrenten anschwärzte. Zu diesem hat das Unternehmen inzwischen aber ein recht gespaltenes Verhältnis. Einerseits ist man dankbar für die Hinweise. Andererseits machte der Informant auch Andeutungen über weitergehende Fälle und will die Informationen nur übermitteln, wenn Vodafone ihm seinen bisherigen Arbeitsaufwand mit 900.000 Euro Honorar entlohnt. Geschehe dies nicht, wolle er die ihm noch vorliegenden Sachen öffentlich machen. Der Konzern hat daher auch Anzeige wegen versuchter Erpressung erstattet - während der Mann betont, dass diese Darstellung so nicht ganz korrekt sei.
Siehe auch: EuGH: StreamOn der Telekom und Vodafone Pass sind eindeutig illegal
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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