Klassische Handys bringen die Malware beim Kauf gleich mit

Niemand sollte glauben, sich mit der Beschränkung auf ru­di­men­tä­re Technologien vor Malware schützen zu können. Das zeigt der Fall einer Serie von Schadprogrammen, die auf ein­fa­chen Han­dys ge­fun­den wurden und dort schon ab Werk vor­in­stal­liert sind. Entdeckt wurde die Sache durch einen russischen Sicherheitsforscher, der sich ValdikSS nennt. Dieser betrieb durchaus einigen Aufwand, um die Geräte einer tiefergehenden Untersuchung zu unterziehen. So setzte er beispielsweise eine lokale 2G-Mobilfunkzelle auf, um die Kommunikation der Geräte direkt abgreifen und analysieren zu können.

Die fraglichen Schadcodes wurden auf verschiedenen Modellen gefunden, die auf dem russischen Markt zu haben sind. Es handelt sich jeweils um Geräte, die ausschließlich zum Telefonieren und zum Versenden von SMS gedacht sind - ganz normale Handys eben. Verkauft werden diese unter Bezeichnungen wie DEXP SD2810, Itel it2160, Irbis SF63 und F+ Flip 3. Getestet wurde auch ein Handy mit der Bezeichnung Inoi 101, das aber kein problematisches Verhalten zeigte. Malware auf russischen Handys Es handelte sich auch nicht in allen Fällen um die gleiche Malware. Allen gemein ist natürlich, dass sie ihre Entwickler auf Kosten ahnungsloser Nutzer bereichern wollen. In diesen Fällen geht es eher um vergleichsweise kleine Summen, die durch automatische Abonnements von Premium-SMS-Diensten und ähnlichen Diensten, die mit den Malware-Autoren in Verbindung stehen, generiert werden können. Hier setzt man eher auf Kontinuierlichkeit und eine nennenswerte Zahl betroffener Geräte, als den einen großen Wurf.

Verdacht liegt auf China

Wie die Malware genau auf die Geräte kam, ließ sich nicht zweifelsfrei nachweisen. Theoretisch ist es natürlich möglich, dass Verkäufer selbst versuchen, hier noch zusätzliche Einnahmen zu generieren. Anhand der Erfahrungen und dass die Malware teilweise Server in China kontaktierte, lässt sich vermuten, dass die Schadcodes bereits in die Firmware gelangten, bevor die Handys produziert wurden.

Denn die Hersteller solcher Geräte unterhalten meist keine eigene Abteilung für die Entwicklung des passenden Betriebssystems. Stattdessen wird die Software jeweils von einem Anbieter bezogen, der verschiedene Hersteller versorgt. So sind bereits mehrfach Malwares parallel auf Elektronik-Produkte verschiedener Anbieter gelangt.


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