Amazon: Social Media erschwert den Kampf gegen Fake-Rezensionen
Amazon sieht sich allein gegen Windmühlen kämpfen, weil Betreiber von sozialen Netzwerken nur wenig gegen das organisierte Anbieten von Fake-Rezensionen machen. Das berichtet der Guardian und zitiert dabei den Online-Handelsriesen.
Amazon sagte demnach, dass das Unternehmen allein im Jahr 2020 mehr als 200 Millionen mutmaßlich gefälschte Rezensionen entfernt hat, noch bevor sie von Kunden gesehen wurden. Diese Aussortierung erfolgt durch verschiedene Filter, die verhindern, dass auffällige Bewertungen online gehen. Amazon sieht sich laut dem Guardian aber dennoch anhaltender Kritik für das enorme Ausmaß an gefälschten und irreführenden Bewertungen ausgesetzt, die es in seinen Shop schaffen.
Man sei auf die Mitarbeit mit den Plattform-Anbietern angewiesen, die aber häufig sehr träge agierten.
Während Amazon kein bestimmtes soziales Netzwerk genannt hat, wurde laut dem Guardian Facebook wiederholt dafür kritisiert, dass es nicht gegen solche Aktivitäten vorgeht. Im Januar 2020 erwirkte die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CMA beispielsweise eine Vereinbarung mit Facebook, "Gruppen und andere Seiten, auf denen gefälschte und irreführende Rezensionen gehandelt wurden, besser zu identifizieren, zu untersuchen und zu entfernen und zu verhindern, dass sie wieder auftauchen". Eine Folgeuntersuchung im Jahr 2021 zwang die CMA jedoch, ein zweites Mal zu intervenieren - die Folgen sind noch unklar.
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Amazon forscht gezielt nach Gruppen in sozialen Netzwerken
Ein großes Problem dabei sei, dass Unternehmen, die sich auf Fake-Reviews spezialisiert haben, sich vor allem über soziale Netzwerke organisieren, dort Mitstreiter suchen, die die falschen Bewertungen über persönliche Accounts veröffentlichen. Amazon selbst sei dabei recht gut bei der Erkennung solcher Gruppen, kann aber außerhalb der eigenen Plattform wenig gegen die "Faker" unternehmen. Infografik: Wenn Sie 1997 in Amazon investiert hätten...
Man sei auf die Mitarbeit mit den Plattform-Anbietern angewiesen, die aber häufig sehr träge agierten.
Zu lange Reaktionszeiten
Amazon macht daher die Social-Media-Unternehmen für das Versagen bei der Entfernung von gefälschten Rezensionen mit verantwortlich. "In den ersten drei Monaten des Jahres 2020 haben wir mehr als 300 Gruppen an Social-Media-Unternehmen gemeldet, die dann im Durchschnitt 45 Tage brauchten, um diese Gruppen davon abzuhalten, ihren Service zu nutzen, um Missbrauch zu betreiben", heißt es in einem Amazon-Blogpost. "In den ersten drei Monaten des Jahres 2021 haben wir mehr als 1.000 solcher Gruppen gemeldet, wobei Social-Media-Dienste im Durchschnitt fünf Tage brauchten, um sie abzuschalten.Netzwerke müssten selbst aktiv werden
"Wir wissen zwar zu schätzen, dass einige Social-Media-Unternehmen viel schneller reagieren, aber um dieses Problem in großem Umfang anzugehen, ist es für Social-Media-Unternehmen unerlässlich, ausreichend in proaktive Kontrollen zu investieren, um gefälschte Rezensionen zu erkennen und durchzusetzen, bevor wir ihnen das Problem melden."Während Amazon kein bestimmtes soziales Netzwerk genannt hat, wurde laut dem Guardian Facebook wiederholt dafür kritisiert, dass es nicht gegen solche Aktivitäten vorgeht. Im Januar 2020 erwirkte die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde CMA beispielsweise eine Vereinbarung mit Facebook, "Gruppen und andere Seiten, auf denen gefälschte und irreführende Rezensionen gehandelt wurden, besser zu identifizieren, zu untersuchen und zu entfernen und zu verhindern, dass sie wieder auftauchen". Eine Folgeuntersuchung im Jahr 2021 zwang die CMA jedoch, ein zweites Mal zu intervenieren - die Folgen sind noch unklar.
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Nadine DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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