Manager-Treffen verwanzt: VW hat jetzt auch noch einen Abhör-Skandal

Logo, Vw, volkswagen, Emblem Bildquelle: Volkswagen AG
Der Autohersteller Volkswagen kommt nicht zur Ruhe. Jetzt erschüttert auch noch ein Abhörskandal das Unternehmen. Umfangreiche Mitschnitte von Vorstandssitzungen, in denen es um eine heftige Auseinander­set­zung mit einem Zulieferer geht, sind öffentlich geworden. Rund 50 Stunden Audio-Aufnahmen sollen beim Wirtschaftsmagazin Business Insider gelandet sein. Bei Volkswagen erfuhr man erst von der Existenz der Mitschnitte, als die Redaktion entsprechende Nachfragen stellte. Seitens des Unternehmens wurde allerdings bestätigt, dass die Aufnahmen authentisch sind. Im Kern geht es in den aufgezeichneten Beratungen darum, wie man mit möglichst geringem Schaden aus dem Streit mit der Prevent-Gruppe herauskommt.

Bei dieser handelt es sich um einen Zulieferer aus Bosnien. Prevent spielt in der Automobilbranche eine besondere Rolle, da es sich hier um so ziemlich den einzigen mittelständischen Zulieferer handelt, der es wagte, den großen Konzernen die Stirn zu bieten. Denn die Lieferanten stehen unter enormem Druck, die gewünschte Qualität zu immer geringeren Preisen zu liefern. Die Auswirkungen des härter werdenden Konkurrenzkampfs zwischen den Automobilkonzernen wird hier immer weiter auf die nachgelagerten Anbieter weitergereicht.

Schröder sollte helfen

Prevent reagierte irgendwann damit, dass man in Lieferstreik trat. Da es im Zuge der Just-in-Time-Produktion in den Auto-Werken kaum noch Teilelager gibt, stand kurz darauf ein Teil der Fertigung still. Seitdem streiten sich Prevent und Volkswagen vor Gericht. Und unter dem Namen "Projekt 1" tagte eine Gruppe von Managern, die nach Strategien suchte, die Bosnier irgendwie loszuwerden, wie aus den Mitschnitten hervorgeht.

Unter anderem soll es darum gegangen sein, den Einfluss des Altkanzlers Gerhard Schröder zu nutzen. Dieser sollte über seine Kontakte in Russland dafür sorgen, dass Prevent von dort aus der Geldhahn zugedreht wird. Auch wenn dies in der Praxis wohl nie geschehen ist, ist schon das Vorhaben eine ziemlich pikante Sache.

Auf der anderen Seite ist aber auch das Mitschneiden der Gespräche kein Kavaliersdelikt. Die Konzernsicherheit soll bereits mit Ermittlungen begonnen haben, um nach der Quelle zu suchen. Aber auch strafrechtliche Ermittlungen könnten kommen. Denn wer Unterredungen ohne Wissen der Beteiligten aufzeichnet, kann im schlimmsten Fall sogar mit mehrjähriger Freiheitsstrafe sanktioniert werden.

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