App Store: Apple will mit Studie sein Geschäftsmodell rechtfertigen
Apple hat eine Studie in Auftrag gegeben, die die Gebühren für Entwickler im eigenen App Store mit denen anderer digitaler Marktplätze vergleichen soll. Die Ergebnisse davon liegen nun vor und zeichnen ein Bild ganz im Sinne des kalifornischen Technologieriesen.
Für Apple ist es derzeit besonders wichtig, die eigenen Praktiken im Zusammenhang mit dem App Store in einem guten Licht darzustellen. Im direkten Vergleich zu Angeboten der Konkurrenz sollten diese als möglichst gleichwertig eingestuft werden, da nächste Woche eine spektakuläre Anhörung vor dem Wettbewerbskomitee des US-Repräsentantenhauses ansteht. Der CEO von Apple, Tim Cook, wird sich dann zusammen mit den Chefs von Amazon, Facebook und Alphabet-Tochter Google kritische Fragen der Abgeordneten gefallen lassen müssen.
Apple erhebt laut der Studie für Downloads von kostenpflichtigen Apps für iPhone, iPad und Mac im App Store sowie für sogenannte in-App-Käufe von digitalen Inhalten eine Verkaufsprovision von 30 Prozent. Das Entwicklerteam hinter dem digitalen Gut bekommt also 70 Prozent des Umsatzes ausbezahlt. Bei Apps, die von Nutzern eine Abogebühr verlangen, kassiert Apple 30 Prozent der Verkäufe im ersten Jahr des Abonnements, danach 15 Prozent.
Die direkten Konkurrenten von Apple verlangen gegenwärtig ganz ähnliche Gebühren. So ist bei Google, Amazon, Samsung und Microsoft die Standardabgabe ebenfalls auf 30 Prozent festgelegt. Alle Stores haben zusätzlich allerdings jeweils andere Ausnahmeregelung eingeführt. So kassiert Google bei Abonnements von Android-Apps nach dem ersten Jahr wie Apple lediglich 15 Prozent, Amazon verlangt nur von Video-Streaming-Diensten 20 Prozent und Samsung geht mit einzelnen Entwicklern spezielle Deals hinsichtlich der anfallenden Gebühren ein. Microsoft seinerseits setzt in bestimmten Fällen eine reduzierte Provision von 15 Prozent an.
Übersicht der Provisionsraten aktueller App-Marktplätze
Erwähnt wird in der Studie immerhin auch das Modell von Epic Games, die bei Verkäufen von PC-Spielen über den Epic Games Store lediglich 12 Prozent kassieren. Das hat in der PC-Community in den letzten Jahren bereits für reichlich Gesprächsstoff gesorgt, da der Marktführer in diesem Bereich, Steam, erst ab 10 bis 50 Millionen Dollar generiertem Umsatz die eigene Gebühr von 30 auf 25 Prozent absenkt.
Apples Praktiken im Umgang mit in-App-Käufen bewertet die Studie im Übrigen schlicht und einfach als Schutzmaßnahme vor Missbrauch. Die Richtlinien verhindern beispielsweise, dass Entwickler den Nutzer aus ihrer iOS-App heraus auf eine externe Webseite lotsen können, um dort den Abschluss eines Abonnements zu bewerben.
WWDC 2020 Alle Infos zu Apples neuesten OS-Updates Siehe auch:
App Store gegen Google Play, Microsoft Store und Co.
Die Studie, die Apple von der Analysis Group durchführen ließ, vergleicht die Verkaufsgebühren des App Stores in erster Linie mit denen anderer digitaler App-Marktplätze wie dem Google Play Store, dem Amazon App Store, Samsungs Galaxy Store und dem Microsoft Store unter Windows 10. Darüber hinaus gibt es in dem Bericht Zahlen zu den digitalen Geschäftsmodellen von Valve (Steam) und Epic Games sowie zu Airbnb, Uber und weiteren E-Commerce-Anbietern. Alle Angaben zusammengenommen sollen Apples Vorgaben als vollkommen unauffällig deklarieren.Apple erhebt laut der Studie für Downloads von kostenpflichtigen Apps für iPhone, iPad und Mac im App Store sowie für sogenannte in-App-Käufe von digitalen Inhalten eine Verkaufsprovision von 30 Prozent. Das Entwicklerteam hinter dem digitalen Gut bekommt also 70 Prozent des Umsatzes ausbezahlt. Bei Apps, die von Nutzern eine Abogebühr verlangen, kassiert Apple 30 Prozent der Verkäufe im ersten Jahr des Abonnements, danach 15 Prozent.
Die direkten Konkurrenten von Apple verlangen gegenwärtig ganz ähnliche Gebühren. So ist bei Google, Amazon, Samsung und Microsoft die Standardabgabe ebenfalls auf 30 Prozent festgelegt. Alle Stores haben zusätzlich allerdings jeweils andere Ausnahmeregelung eingeführt. So kassiert Google bei Abonnements von Android-Apps nach dem ersten Jahr wie Apple lediglich 15 Prozent, Amazon verlangt nur von Video-Streaming-Diensten 20 Prozent und Samsung geht mit einzelnen Entwicklern spezielle Deals hinsichtlich der anfallenden Gebühren ein. Microsoft seinerseits setzt in bestimmten Fällen eine reduzierte Provision von 15 Prozent an.
Übersicht der Provisionsraten aktueller App-Marktplätze
Studie zieht teils merkwürdige Vergleiche
Neben diesen aktuellen Konkurrenten führt die Studie auch einige inzwischen gar nicht mehr existierende Stores auf. So hätten BlackBerry World, der Nokia Store und der Windows Phone Store vergleichbare rund 30 Prozent an Gebühren einbehalten. Über den Sinn der Auflistung dieser vergangenen und vor allem erfolglosen Angebote lässt sich sicherlich diskutieren. Zudem darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Apple der Vorreiter auf diesem Feld war, dem die gesamte Konkurrenz nachgefolgt ist.Erwähnt wird in der Studie immerhin auch das Modell von Epic Games, die bei Verkäufen von PC-Spielen über den Epic Games Store lediglich 12 Prozent kassieren. Das hat in der PC-Community in den letzten Jahren bereits für reichlich Gesprächsstoff gesorgt, da der Marktführer in diesem Bereich, Steam, erst ab 10 bis 50 Millionen Dollar generiertem Umsatz die eigene Gebühr von 30 auf 25 Prozent absenkt.
Vorteile digitaler Marktplätze
Die Studie versucht die Bedingungen für Entwickler in Apples App Store beziehungsweise auf allen derartigen Marktplätzen dadurch zu rechtfertigen, dass durch diese überhaupt erst viele der digitalen Transaktionen zustande kommen würden. Gerade kleinere Entwicklerteams könnten durch die Stores die anfänglichen Vertriebskosten geringhalten. Zudem hätten die Betreiber aufgrund der Gebühren stets den Anreiz, Investitionen zu tätigen, die dem Nutzer die unterschiedlichsten Apps näherbringen. Im Vergleich zu den früheren Gepflogenheiten bei physischen Verkäufen von Software, durch die sich Retailer zwischen 70 und 55 Prozent des Umsatzes sicherten, sei der App Store gar sehr lukrativ für die Entwickler.Apples Praktiken im Umgang mit in-App-Käufen bewertet die Studie im Übrigen schlicht und einfach als Schutzmaßnahme vor Missbrauch. Die Richtlinien verhindern beispielsweise, dass Entwickler den Nutzer aus ihrer iOS-App heraus auf eine externe Webseite lotsen können, um dort den Abschluss eines Abonnements zu bewerben.
Apples Marktmacht kritisch beäugt
Die US-Justizbehörde hat Apple seit Juni vergangenen Jahres im Fadenkreuz wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht. Allerdings stehen dabei auch andere US-Technologiegiganten auf dem Prüfstand. Die Wettbewerbskommission der EU hat im vergangenen Monat seinerseits Untersuchungen gestartet, bei denen überprüft werden soll, ob Apple Regelungen für Entwickler, die ihre Anwendungen über den App Store vertreiben wollen, die Wettbewerbsregel des EU-Rechts verletzen.WWDC 2020 Alle Infos zu Apples neuesten OS-Updates Siehe auch:
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