Musk erklärt, warum der neue Starship-Prototyp spektakulär scheitert

Elon Musk will mit seinem Starship eines Tages zum Mars fliegen. Bis eines der zweifellos ambitioniertesten Weltraum-Vehikel der Geschichte die Reise antreten kann, muss es entwickelt werden. Jetzt ist mit dem Starship SN3 erneut ein Prototyp spektakulär gescheitert.

Elon Musk erklärt, warum das Starship SN3 nicht hält

Elon Musk und SpaceX setzten bei der Entwicklung des Starship auf ungewöhnliche Metho­den. Statt Konstruktion im Reinraum und Einsatz von modernen Materialien wie Kohlenstoff­fasern werden die Prototypen für alle Welt sichtbar auf dem staubigen Grundstück der SpaceX South Texas Launch Site in Boca Chica Texas aus mehreren Millimeter dicken Blech­en aus rostfreiem Chromnickelstahl (Typ 301) zusammengeschweißt. Dabei setzt man auf für die Industrie unvergleichlich schnelle Entwicklung und Anpassung der Hardware und Produktion, was mit sich bringt, dass Prototypen spektakulär scheitern. Das war jetzt bei Starship SN3 einmal mehr der Fall.

In einer für den SpaceX-Gründer nicht unüblichen Flut an Mitteilungen über Twitter hat Elon Musk jetzt erläutert, wie es zum Scheitern des neuesten Prototypen kam. Am 3. April hatte SpaceX mit einem Drucktest begonnen, bei dem der obere Treibstofftank der rund 30 Meter hohen Rakete mit rund 400 Tonnen flüssigem Stickstoff wiederholt be- und entladen wurde - der Stickstoff dient hier als chemisch neutraler Ersatz für den eigentlich Methan-Treibstoff. Wie spektakuläre Aufnahmen zeigen, gab der darunter befindliche Flüssigsauer­stofftank um 02.07 Uhr Ortszeit nach. Nach einige Sekunden stürzte dann fast die gesamte Konstruktion auf dem Teststand in sich zusammen.

Wie Elon Musk jetzt schreibt, waren nach einer ersten Analyse Fehler beim Testdesign und der Durchführung als Ursache für den Zusammenbruch von Starship SN3 ausgemacht. Demnach war der untere Flüssigsauerstofftank nicht ausreichend unter Druck gesetzt worden, um der Belastung des Methan-Tanks standzuhalten, der zu diesem Zeitpunkt wieder vollständig mit flüssigem Stickstoff beladen war. Flüssiger Stickstoff ist rund 25 Prozent schwerer als flüssiges Methan, ob auch dieser Faktor bei dem gescheiterten Test schlicht übersehen wurde, wollte Elon Musk aber nicht bestätigen.

Mal wieder viel gelernt

Wie Elon Musk weiter ausführt, blieb der untere Teil des Prototyp weitgehend unbeschädigt und wird für folgende Prototypen wiederverwertet. Diese werden nicht lang auf sich warten lassen. Die Konstruktion von Starship SN4 hatte parallel zur Fertigstellung von SN3 begonnen. Mit den nächsten Tests ist in wenigen Wochen zu rechnen. Sollten die Drucktests dann geling­en folgt im nächsten Schritt der Test mit mon­tierten Raptor-Antrieben und dann irgendwann auch der erste Testflug von geringer Höhe. Man darf gespannt bleiben - spektakulär bleibt es so oder so.
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