Monorail 2.0: Deutsches Projekt will Zugverkehr individualisieren

In Bezug auf die Zukunft des Personenverkehrs wird sehr viel über autonomes Fahren mit PKWs diskutiert. Ein deutsches Projekt denkt die Entwick­lung jetzt einmal anders und will den Zugverkehr im ländlichen Raum mit autonomen Monorail-Kapseln modernisieren.
Monocab, Ein-Schienen-Kapsel, kreiselstabilisierten Einschienen-Monocabs


Ein-Schienen-Kapsel mit Kreiselstabilisatoren für Zukunftsverkehr

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Geht es nach der öffentlichen Diskussion, könnte man meinen, dass der individuelle Personenverkehr bald nur noch mit autonomen Fahrzeugkonzepten realisiert wird - oft wird hier das Konzept der Ruf-Kapsel bemüht, die nach Bedarf bestellt werden kann und dann automatisch das Ziel ansteuert. Ein deutsches Team hat diese Idee jetzt für die Schienen und den Verkehr im ländlichen Raum umgedacht. Die Idee: Kapseln, die dank Kreiselstabilisatoren auf einer Schiene fahren können, nutzen Nebenstrecken der Bahn um individuellen Bahnverkehr für unterversorgte Regionen möglich zu machen.

Kreiselstabilisierte Einschienen-MonocabsKreiselstabilisierte Einschienen-MonocabsKreiselstabilisierte Einschienen-MonocabsKreiselstabilisierte Einschienen-Monocabs

Im Planspiel funktioniert die Idee dann sehr ähnlich wie Kapsel-Konzepte für die Straße: Der Nutzer soll per App eine der "kreiselstabili­sierten Einschienen-Monocabs" bestellen können, die dann "ohne große Wartezeit" an der entsprechenden Haltestelle stoppt - um dies zu ermöglichen, sollen sich mehrere der Mono­caps ähnlich dem Prinzip eines Paternosters im Regelverkehr auf entsprechenden Schienen­strecken bewegen. Nach Vorstellung der Projektleiter Jochen Brunsiek und Thorsten Försterling können die Kapseln zwei Passagiere aufnehmen und setzen auf Elektromotoren, die sich aus einer Batterie speisen.

In fünf Jahren realisierbar

Wie heise schreibt, hatte Försterling als Ingenieur und Mitglied des Vereins Landeseisenbahn Lippe dem Projekt die Überlegung vorangestellt, wie man stillgelegte Bahnstrecken oder Nebenstrecken im ländlichen Raum für Mobilitätskonzepte der Zukunft nutzen könnte. Der Jury des Deutschen Mobilitätspreis war diese Idee zur Zukunft des regionalen Bahnverkehrs im letzten Jahr eine Prämie wert. Im nächsten Schritt sollen die Monocabs jetzt auf einer Strecke zwischen Lemgo und Extertal in Nordrhein-Westfalen einem ersten Test unterzogen werden. Nach Einschätzung der Projektkoordinatoren könnte ein Regelverkehr auf ersten Strecken in fünf Jahren realisiert werden.
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