ZIP-Bombe: 46-MB-Datei "explodiert" zu ungepackten 4,5 Petabyte

So mancher wird sich schon einmal gefragt haben, was die Grenzen von Packprogrammen bzw. der Kompression sind. Eine nun entwickelte "Zip-Bombe" zeigt, dass die Möglichkeiten gewaltig sind. Denn ein Programmierer hat nun eine neuartige Zip- oder Kompressions-"Bombe" entwickelt, die beim Entpacken die Größe um das Milliardenfache ansteigen lässt.
Explosion, Nuklearwaffen, Atombombe
Public Domain
Bei einer 46 Megabyte großen Zip-Datei wird sich manch einer (theoretisch) nicht viel denken. Diese Größe ist zwar auch nicht klein, lässt aber auch nicht ansatzweise erahnen, was darin stecken könnte. Denn wie Vice berichtet (via derStandard) hat der Entwickler und Techniker David Fifield eine neuartige "Zip-Bombe" entwickelt, die man als Malware bezeichnen kann und wohl auch muss.

Denn die Variante, die Fifield erfunden hat, kann eine wenige Kilobyte große Datei beim Entpacken dazu bringen, dass sie die gesamte Festplatte komplett füllt. Solche Dateien sind an sich nichts völlig Neues, die Techniken, die Fifield auf seiner Webseite beschreibt, heben das Ganze aber auf eine völlig neue Stufe.

Keine Matrjoschka-Puppe

Das liegt daran, dass seine Methode nicht rekursiv ist, also wie eine russische Matrjoschka-Puppe aufgebaut ist und eben nicht aus gepackten Schichten besteht. Stattdessen arbeitet diese "nukleare" Zip-Bombe mit sich "überlappenden" Dateien. Das erlaubt Kompressionsraten, die weit über alle traditionelle Archivierung hinausgeht.

Den Rekord konnte Fifield mit einer 46 MB großen Datei erzielen, diese kann oder könnte auf sage und schreibe 4,5 Petabyte entpackt werden. Ein Aber hat dieser Rekord allerdings: Er wurde mit dem eher seltenen Zip64-Format erzielt. Doch auch das herkömmliche Zip-Format kommt auf Datenmengen, die jede handelsübliche Festplatte zum Bersten bringen könnte, hier schaffte er aus einem 10-MB-Zip ungepackte 281 Terabyte zu machen.

Die Experimente des Programmierers sind aber letztlich nur theoretischer Natur, denn dank moderner Virenscanner können solche "Bomben" mittlerweile gut aufgespürt werden.
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