Walkman wird 40: Geschichten zwischen Patentstreit und Marketing-Fail

Sony, Walkman, Walkman TPS-L2 Bildquelle: Sony
Geht es nach der offiziellen Firmengeschichte von Sony, hat der Walkman die Ära des tragbaren Musikhörens vor genau 40 Jahren mit Vorstellung des Modells TPS-L2 begründet. Wir werfen einen Blick zurück auf die bewegte Entwicklung des mobilen Abspielgerätes und klären, warum Patentstreit und schlechtes Marketing dem Erfolg nichts anhaben konnten.

Glück gehabt: Der "Walkman" hätte auch "Freestyle" heißen können

Am 1. Juli 1979 war es soweit: Sony brachte unter der Bezeichnung TPS-L2 das erste Modell seiner neuen Walkman-Familie auf den Markt - violett-blau, 390 Gramm schwer und vollständig aus Plastik. Wenige Jahre später hatte sich das erste richtig mobile Abspielgerät zu einem echten Statussymbol entwickelt - die "Walkmania" rollte über den Planeten. 2010 gab es dann die Meldung, dass Sony die Produktion des Walkman offiziell eingestellt hatte - Mp3-Player und Smartphones hatten den Markt vollständig übernommen. Bis zu seinem Ende hatte der Konzern nach eigenen Angaben rund 200 Millionen Kassetten-Abspielgeräte verkauft, der Markenname Walkman brachte mit Geräten abseits der Kassetten bis heute noch einmal 135 Millionen Verkäufe ein. Walkman TPS-L2Der erste Sony Walkman TPS-L2 Dabei hatte Sony für das Abspielgerät zunächst ganz andere Namen in Betracht gezogen, die sich aber - vermutlich zum großen Glück für den Konzern - als echter Fehlgriff der Marketingabteilung herausstellten. So hatten die Werbeexperten für verschiedenen Länder verschiedene Bezeichnungen vorgesehen. In England sollte das Gerät als "Stoaway" vermarktet werden, in den USA war "Soundabout" als Name im Spiel, für andere europäische Ländern war der Begriff "Freestyle" als Bezeichnung gehandelt worden. In Tests mit Konsumenten zeigte sich aber, dass diese Begriffe nicht gut ankamen und dagegen Walkman mühelos Sprachbarrieren überwinden konnte. Bald war "Walkman" auch im Deutschen ein Gattungsname wie "Tempo" oder "Uhu". Infografik: Die Geschichte der tragbaren MusikDie Geschichte der tragbaren Musik

Wer hat's erfunden?

Der Sony-Firmengründer Akio Morita hatte immer behauptet, Erfinder des Walkman zu sein. Allerdings war dem Konzern und seinem Gründer schon seit den 70er Jahren bekannt, dass auch von anderer Stelle Anspruch auf Erfindung eines tragbaren Kassetten-Abspielgeräts erhoben wurde. Der Deutsche Andreas Pavel hatte bereits 1977 eine "körpergebundene Kleinanlage für hochwertige Wiedergabe von Hörereignissen" unter dem Namen "Stereobelt" zum Patent angemeldet.

In mehreren Gerichtsverfahren konnte Sony die Ansprüche Pavels über die Jahrzehnte erfolgreich abwehren. Dass der Konzern 2004 nach dem Tod des Gründers Akio Morita mit dem Deutschen einen außergerichtlichen Vergleich schloss, zeigt aber, dass sich die Erfindungsgeschichte des Walkman wohl nicht so eindeutig schreiben lässt, wie das der Konzern sehr lange behauptet hatte. Sony, Walkman, Walkman TPS-L2 Sony, Walkman, Walkman TPS-L2 Sony
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