TikTok: Nutzerdaten auswerten na gut - aber doch nicht in China!

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Der Skandal um den Missbrauch der Daten von zahlreichen Facebook-Nutzern durch das britische Unternehmen Cambridge Analytica lässt nun die Angst umgehen, dass solche Probleme auch durch Firmen entstehen könnten, die nicht in der westlichen Hemisphäre angesiedelt sind. Der Blick fällt dabei auf die populäre App TikTok. Bei der Plattform handelt es sich um das größte Social Media-Phänomen der letzten Zeit. TikTok hat durchaus das Potenzial, Snapchat in den Schatten zu stellen. Die App ermöglicht es, kurze Videos in einer Social Network-Umgebung zu präsentieren. Der Betreiber bietet hier unter anderem auch zahlreiche Ausschnitte populärer Songs, zu denen die Nutzer per Playback, Karaoke oder auch Tanz aktiv werden können. Das reicht für inzwischen 800 Millionen App-Downloads und eine halbe Milliarde aktive monatliche Nutzer.

Was insbesondere in den USA nun aber mit großer Sorge betrachtet wird: Die hier anfallenden Daten über sehr viele vor allem junge Nutzer werden nicht wie üblich in Kalifornien oder zumindest einem Land innerhalb des westlichen Kulturkreises ausgewertet, sondern in China, wo TikTok seinen Ursprung hat.

TikTok sieht es anders

David Carroll, der als Dozent an der Privatuniversität Parsons School of Design tätig ist und sich mit Klagen gegen Cambridge Analytica einen Namen machte, warnte in einem aktuellen Gastbeitrag beim US-Magazin Quartz beispielsweise eindringlich vor der App. Denn diese habe sich in ihren Nutzungsbedingungen ausdrücklich vorbehalten, die erhobenen Nutzerdaten auch unter Beteiligung von Partnern auszuwerten, um den Erfolg der Plattform auszubauen.

Das Kernproblem besteht laut Carroll darin, dass man bei einer britischen Firma wie Cambridge Analytica immerhin noch auf die rechtsstaatlichen Kooperationen setzen konnte, um die ganze Sache aufzuklären. Wenn allerdings die Daten in einen notorischen Überwachungsstaat wie China übermittelt werden, gibt es im Grunde kaum eine Chance, dagegen vorzugehen.

Die TikTok-Betreiber selbst versuchen allerdings ein anderes Bild zu zeichnen. So wird betont, dass die Regelungen in den Nutzungsbestimmungen im Februar geändert wurden. Seitdem würde die Plattform nicht mehr direkt aus China betrieben und auch keine Informationen über die User mehr dorthin geschickt. Die Speicherung und Auswertung erfolge stattdessen über die jeweiligen Landesbüros, über die man inzwischen verfüge, und in den Datenzentren der großen Anbieter.

Siehe auch: Facebook kopiert TikTok: Musik-App Lasso jetzt in den USA verfügbar Datenschutz, Laptop, Augen Datenschutz, Laptop, Augen Flickr
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