Cambridge Analytica: Facebook kassiert Höchststrafe in England

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Die britische Datenschutzbehörde ICO hat gegen Facebook wegen Verstößen gegen den Datenschutz die Höchststrafe von 500.000 Pfund (565.000 Euro) verhängt. Hintergrund sind Vorfälle in den Jahren zwischen 2014 und 2017, bei denen Facebook Nutzerdaten an App-Hersteller weitergegeben haben soll. Dies soll auch für die Freunde der betroffenen Facebook-Nutzer gelten. Nach Einschätzung der britischen Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat Facebook in den Jahren 2014 bis 2017 die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern unerlaubt weitergegeben. In Großbritannien selbst sind eine Million Nutzer betroffen. Jetzt hat das ICO mit 500.000 Pfund die Höchststrafe gegen Facebook verhängt.

Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern weitergegeben

Facebook soll die Nutzerdaten an App-Hersteller ohne ausdrückliche Zustimmung weitergegeben haben. Das betraf nach Darstellung des ICO auch die Freunde der Opfer. So sei es Entwickler Dr. Aleksandr Kogan und seiner Firma GSR gelungen, weltweit 87 Mio. Datensätze zu erlangen. Diese Daten wurden später mit der SCL Group, der Muttergesellschaft der in den US-Wahlkampfskandal verwickelten Cambridge Analytica, geteilt.


Obwohl der Datenmissbrauch im Dezember 2015 aufgedeckt worden ist, habe Facebook die SCL Group erst 2018 von der Plattform entfernt. "Facebook ist es nicht gelungen, den Datenschutz seiner Nutzer vor, während und nach der unrechtmäßigen Nutzung der Daten sicherzustellen", sagt Elizabeth Denham, Information Commissioner beim ICO. "Ein Unternehmen dieser Größe und Erfahrung sollte es besser wissen und besser können."

Höhere Strafe drohte

Dabei ist Facebook noch mit einem blauen Auge davongekommen, da die Strafe noch nach dem alten britischen Datenschutzrecht von 1998 verhängt wurde. Nach EU-Recht kann bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes oder maximal 17 Millionen Pfund Sterling (ca. 19 Mio. Euro) als Strafe verhängt werden.

"Wir haben diese Zuwiderhandlungen als so ernst angesehen, dass wir die Höchststrafe unter der vorherigen gesetzlichen Regelung auferlegt haben", erklärt Denham. "Die Strafe wäre zwangsläufig signifikant höher unter dem EU-Datenschutzrecht. Eine unserer Hauptmotivation zu diesen Maßnahmen ist es, bei Organisationen eine entscheidende Änderung beim Umgang mit persönlichen Daten herbeizuführen." Elizabeth Denham kündigte an, weiterhin Datenschutzverstöße konsequent zu verfolgen.

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