E-Autos & CO2-Ausstoß: Ifo-Institut will schlechte Energiebilanz ziehen
Schaut man unter anderem auf Absichtserklärungen großer Autokonzerne, scheint es beschlossene Sache: Elektroautos werden den Umschwung in der Klimabilanz bringen. Dieser Meinung widerspricht jetzt das Ifo-Institut in einer neuen Studie. E-Autos würden zwar auf dem Papier beim CO2-Ausstoß besser abschneiden, die energieintensive Fertigung der Batterie mache diese Bilanz aber zunichte. Doch: Kritiker hegen Zweifel an den Methoden der Studienmacher.
Infografik: Diese Elektroautos rollen am weitesten
Die Studienmacher stützen ihre Aussage zur schlechten Energiebilanz von Elektrofahrzeugen zu großen Teilen auf Annahmen zu begrenzter Lebensdauer von Batterien, weshalb dieser Posten "zu den Verbrauchswerten hinzuzurechnen" sei. Auf Basis einer Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten wird so ein Ausstoß-Wert "pro kWh Batteriekapazität zwischen 145 kg und 195 kg an CO2" errechnet. "Für eine Tesla-Batterie von 75 kWh bedeutet das einen zusätzlichen CO2 -Ausstoß von 10.875 kg bis 14.625 kg CO2", so die Studien-Macher.
Wie Buchal weiter rechnet, bedeute dies bei einer angenommenen Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und Fahrleistungen von 15.000 Kilometern, dass man bei dem für den Vergleich genutzten Tesla einen Ausstoß von 156 bis 181 Gramm CO2 pro Kilometer veranschlagen müsse. Dies sei deutlich mehr, als bei einem vergleichbaren Dieselfahrzeug.
Die Studien-Bilanz, dass "auch moderne Elektroautos in den nächsten Jahren schwerlich in der Lage sein werden, einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2 -Emissionen zu leisten" darf auf Basis dieser und anderer Entscheidungen der Studienmacher, eigenen Annahmen zu folgen und andere Fakten zu vernachlässigen, wohl zumindest bezweifelt werden.
Ist das Elektroauto doch nicht das beste Mittel? Das Ifo-Institut sieht es so
Von Elon Musk bis hin zu den großen Autoherstellern: Die Euphorie rund um Elektroautos hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen, schließlich stoßen die Fahrzeuge im Betrieb kein CO2 aus und wirken so wie das perfekte Mittel gegen zu hohe Abgaswerte. Eine Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal (via Welt), die vom Ifo-Institut in München veröffentlicht wurde, meldet jetzt laute Zweifel an dem Saubermann-Image der E-Mobilität an - wird aber auch selbst für eher unsaubere Methoden kritisiert.Infografik: Diese Elektroautos rollen am weitesten
Die Studienmacher stützen ihre Aussage zur schlechten Energiebilanz von Elektrofahrzeugen zu großen Teilen auf Annahmen zu begrenzter Lebensdauer von Batterien, weshalb dieser Posten "zu den Verbrauchswerten hinzuzurechnen" sei. Auf Basis einer Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten wird so ein Ausstoß-Wert "pro kWh Batteriekapazität zwischen 145 kg und 195 kg an CO2" errechnet. "Für eine Tesla-Batterie von 75 kWh bedeutet das einen zusätzlichen CO2 -Ausstoß von 10.875 kg bis 14.625 kg CO2", so die Studien-Macher.
Wie Buchal weiter rechnet, bedeute dies bei einer angenommenen Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und Fahrleistungen von 15.000 Kilometern, dass man bei dem für den Vergleich genutzten Tesla einen Ausstoß von 156 bis 181 Gramm CO2 pro Kilometer veranschlagen müsse. Dies sei deutlich mehr, als bei einem vergleichbaren Dieselfahrzeug.
Viele Annahmen und Vereinfachungen
Betrachtet man die Studie genauer, zeigen sich dabei aber sehr schnell Lücken in dieser Art der Berechnung, die die Macher teilweise auch selbst andeuten. So wird nicht auf die Gesamtemission eingegangen, die bei der Produktion der Autotypen entsteht. Dass "die Produktion eines Elektromotors technisch einfacher ist als die Produktion eines Dieselmotors samt Getriebe" findet als Annahme Erwähnung, die nicht berücksichtigt wurde, da "man nur auf geringfügig höhere Werte für den CO2-Ausstoß von ein paar Gramm pro 100 km" käme. Auch die Rückgewinnung durch Bremsenergie bei E-Autos ist in die Bilanz nicht mit eingeflossen.Die Studien-Bilanz, dass "auch moderne Elektroautos in den nächsten Jahren schwerlich in der Lage sein werden, einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2 -Emissionen zu leisten" darf auf Basis dieser und anderer Entscheidungen der Studienmacher, eigenen Annahmen zu folgen und andere Fakten zu vernachlässigen, wohl zumindest bezweifelt werden.
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