Das Anschluss-Chaos geht weiter:
Aus Thunderbolt 3 wird USB 4.0

Nachdem erst kürzlich die neuen Bezeichnungen für den USB 3.2-Standard verkündet wurden, steht nun bereits das Thema USB 4.0 auf dem Programm. Wirklich neu scheint der USB-C-Anschluss jedoch nicht zu sein. Er basiert auf dem bereits vorhandenen Thunderbolt 3-Port.
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Jeshoots / WF

Sollte es nicht einfacher werden?

Die Namensgebung für USB-Technologien bleibt auch weiterhin kompliziert. Ende Februar berichteten wir von der Übernahme vergleichsweise alter USB-Generationen in den neuen USB 3.2-Standard. Hinter weniger einprägsamen Bezeichnungen verstecken sich hier die Angaben zur möglichen Geschwindigkeit verschiedener USB-Anschlüsse. Hinzu kommen die nicht explizit beschriebenen Steckertypen, vom normalgroßen USB-A über MicroUSB bis hin zum modernen USB-C.

Dank Apple und Intel haben sich Nutzer allerdings bereits an einen Namen besonders gewöhnt - Thunderbolt. Seit der Einführung im Jahr 2011 steht die Bezeichnung und das markante Blitzsymbol für eine besonders schnelle, kabelgebundene Übertragungsart. Nun gibt Intel das Protokoll an das USB Implementers Forum (USB-IF) weiter, die den aktuellen Thunderbolt 3-Anschluss als USB 4.0 in ihr Portfolio aufnehmen werden. An sich ein guter Schritt: Für die benötigten Thunderbolt-Chips in PCs, Notebooks oder Tablets werden somit keine Lizenzgebühren an Intel mehr fällig, was der Verbreitung zugute kommen könnte.

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Der Name Thunderbolt könnte bald Geschichte sein

Das USB-IF ist nicht gerade bekannt für eine gute Nomenklatur der allseits beliebten Anschlusse. Anstelle von einfachen Bezeichnungen, die sich auch Otto-Normalverbraucher einprägen könnte, verliert man sich in Generationen. Dieses Schicksal könnte auch den bis zu 40 Gbit/s schnellen Thunderbolt 3-Port ereilen. Heute ist zwar nur die Rede davon diesen als USB 4.0 zu betiteln, doch fraglich ist, was mit den älteren USB-Standards passiert. Werden die komplexen USB 3.2-Bezeichnungen eventuell in die USB 4.0-Technologie übernommen? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Stand heute treffen wir auf folgende Namen:

  • USB 3.0 -> USB 3.1 Gen 1 -> USB 3.2 Gen 1 (5 Gbit/s)
  • USB 3.1 -> USB 3.1 Gen 2 -> USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s)
  • USB 3.2 -> USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s)
  • Thunderbolt 3 -> USB 4.0 (40 Gbit/s)

Marketing-Schreibweisen scheitern

Sollte das USB Implementers Forum eine solche Namensgebung weiter verfolgen, wären sogar zukünftige Bezeichnungen wie "USB 4.0 Gen 4x2 (40 Gbit/s)" denkbar. Schließlich wurden die angedachten Marketing-Bezeichnungen, wie zum Beispiel "SuperSpeed USB 20Gbps", von Computerherstellern nie übernommen. Auch die ins Spiel gebrachten, markanten Namen USB 5, USB 10 und USB 20 haben es (noch) nicht über eine Konzeptphase hinausgeschafft. Man darf also gespannt sein, wie die USB-IF mit den aktuellen USB-Generationen umgehen wird.

Letztendlich könnten Verbraucher weiter vor dem Problem stehen, nicht zu wissen, mit welcher Geschwindigkeit und mit welchem Stecker die im Datenblatt ausgeschriebenen USB-Anschlüsse arbeiten. Wird dann möglicherweise zusätzlich der einprägsame Name Thunderbolt gestrichen, ist das Chaos noch größer.
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