Fernab von 5G-Träumen: Kuba startet 3G, das sich keiner leisten kann

Während in vielen Ländern über den baldigen Aufbau von 5G diskutiert wird und erste Projekte realisiert wurden, feiert man auf Kuba eine ganz andere Premiere. Ab sofort können alle Kubaner Datenpakete für das erste öffentliche 3G-Netz des Landes erwerben, die aber preislich deutlich über dem liegen, was sich die meisten Kubaner leisten können.
Strand, Karibik, Cocktail
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Kuba startet 3G-Netz

Erstmals in der Geschichte des Landes hat Kuba den Zugang zum 3G-Internet für Mobilfunkgeräte dauerhaft geöffnet. Wie der staatliche Mobilfunkanbieter ETECSA mitteilt (via heise), ist es für Einwohner der sozialistischen Karibikinsel seit Donnerstag möglich, entsprechende Datenpakete zu buchen. Mit einem Preis von umgerechnet rund 6 bis 26 Euro liegen die Angebote aber wohl weit über dem, was sich der Durchschnitts-Kubaner leisten könnte: Wie das Auswärtige Amt aktuell angibt, liegt das monatliche Durchschnittseinkommen in Kuba aktuell bei umgerechnet etwa 27 Dollar.

Wie der Student Francys Muñoz gegenüber der dpa mitteilt, will er bei einem ersten Test in der kubanischen Hauptstadt Havanna dem Netz eine "ganz gute Qualität" bescheinigen können. Allerdings müsse er sich noch daran gewöhnen, auf eine optimale Nutzung der Daten zu achten, so dass diese "nicht gleich sofort aufgebraucht sind", aktuell gibt es keine genauen Informationen zu den nutzbaren Datenpaketen.

Wie der staatliche Telefonanbieter angibt, kommt Kuba bei 11,4 Millionen Einwohnern auf 5,3 Millionen Handys. Bisher war öffentlicher Internetzugang in dem Land über sogenannte "Wifi-Parks" realisiert worden, von denen 1200 über die Insel verteilt sind und die das Surfen im Internet für einen Dollar pro Stunde ermöglichen. Man darf gespannt sein, wie sich der Mobilfunk unter diesen einzigartigen Bedingungen entwickelt.

Anschluss ans Weltnetz

Kuba hatte das Internet in den 90er Jahren über Satelliten in das Land gebracht, da Sanktionen der USA den Anschluss an die in der Region verlegten Untersee-Kabel verhinderten. Eine Vereinbarung mit Venezuela im Jahr 2012 machte es dann erstmals möglich, dauerhaft auf eine Fiberglas-Verbindung zum Internet vertrauen zu können.

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