Massiver Netzausfall in einer der digitalisiertesten Städte der Welt
Die südkoreanische Hauptstadt Seoul ist eines der am stärksten vernetzten Siedlungsgebiete der Menschheit. Und am Wochenende konnte man sich hier einen Eindruck davon verschaffen, was passiert, wenn einer digitalisierten Gesellschaft plötzlich der Zugang zum Internet genommen wird - viel ging am Samstag zumindest nicht mehr.
Berichten südkoreanischer Medien zufolge war in einem unterirdischen Kabeltunnel ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr brauchte fast zehn Stunden, um den Brand in der unzugänglichen Anlage zu löschen. Das geringere Problem war in der Folge, dass 168.000 Festnetz-Anschlüsse in dem umgebendenden Stadtgebiet nicht mehr funktionierten. Deutlich größere Auswirkungen hatte die Tatsache, dass auch rund 220 Glasfaser-Leitungen, die durch den Tunnel liefen, beschädigt waren.
Die hohe Konzentration ist auch darauf zurückzuführen, dass in unmittelbarer Nähe ein wichtiger lokaler Knoten des Telekommunikationskonzern KT angesiedelt ist, der nun offline war. Das größte Problem stellte dabei erst einmal die Tatsache dar, dass aus der Umgebung keine Notrufe mehr abgesetzt werden konnten - immerhin waren zahlreiche Telefonanschlüsse und Mobilfunk-Sendeanlagen schlicht offline. Derzeit ist noch unklar, wie viele Personen vergeblich versuchten die Polizei oder Rettungskräfte herbeizurufen.
Davon abgesehen zeigte sich die starke Abhängigkeit des alltäglichen Lebens von modernen Daten-Anbindungen. So war es kaum noch möglich, in den Geschäften der betroffenen Region einzukaufen. Kartenzahlungen funktionieren ohne Netz nicht und Geldautomaten rückten ohne Verbindung zu den Servern der Bank auch kein Bargeld raus. Doch selbst wer noch Bares einstecken hatte, kam nicht immer weiter, weil auch Kassensysteme immer stärker auf das Internet angewiesen sind und das angestellte Personal in den Filialen großer Ketten nicht darauf eingestellt ist, in Selbstverwaltung Waren gegen Bargeld herauszugeben. Abgesehen davon herrschte hier ohnehin Nervosität vor, da natürlich auch die Überwachungskameras im Geschäft nicht mehr funktionierten und man befürchtete, dass es zu mehr Diebstählen kommt.
Zu Menschenaufläufen kam es Berichten zufolge in einigen U-Bahnhöfen. Hier funktionierten, das hatte sich schnell herumgesprochen, die alten Münzfernsprecher nämlich noch und man konnte Angehörige anrufen, die sich vielleicht aufgrund der Unerreichbarkeit von Familienmitgliedern Sorgen machten.
Beobachter beschrieben das Geschehen teils als regelrechte Dystopie. Für den Soziologieprofessor Nahm Kee-bom an der Universität Seoul waren die Geschehnisse hingegen absehbar. Man habe immer wieder einmal warnende Zeichen erhalten, wie fragil ein System ist, das sich in einer digitalisierten Welt einer Zentralisierung unterwirft. Dabei dauerte der Vorfall in diesem Fall noch nicht einmal lange an. Bereits am Sonntag hatten die Techniker die meisten Verbindungen wieder zum Laufen gebracht.
Siehe auch: Smart Home = Cold Home: Server-Ausfall ließ Netatmo-Kunden frieren
Die hohe Konzentration ist auch darauf zurückzuführen, dass in unmittelbarer Nähe ein wichtiger lokaler Knoten des Telekommunikationskonzern KT angesiedelt ist, der nun offline war. Das größte Problem stellte dabei erst einmal die Tatsache dar, dass aus der Umgebung keine Notrufe mehr abgesetzt werden konnten - immerhin waren zahlreiche Telefonanschlüsse und Mobilfunk-Sendeanlagen schlicht offline. Derzeit ist noch unklar, wie viele Personen vergeblich versuchten die Polizei oder Rettungskräfte herbeizurufen.
Davon abgesehen zeigte sich die starke Abhängigkeit des alltäglichen Lebens von modernen Daten-Anbindungen. So war es kaum noch möglich, in den Geschäften der betroffenen Region einzukaufen. Kartenzahlungen funktionieren ohne Netz nicht und Geldautomaten rückten ohne Verbindung zu den Servern der Bank auch kein Bargeld raus. Doch selbst wer noch Bares einstecken hatte, kam nicht immer weiter, weil auch Kassensysteme immer stärker auf das Internet angewiesen sind und das angestellte Personal in den Filialen großer Ketten nicht darauf eingestellt ist, in Selbstverwaltung Waren gegen Bargeld herauszugeben. Abgesehen davon herrschte hier ohnehin Nervosität vor, da natürlich auch die Überwachungskameras im Geschäft nicht mehr funktionierten und man befürchtete, dass es zu mehr Diebstählen kommt.
Nichtmal mehr Musik
Das bekannte Shopping-Erlebnis kam bei den potenziellen Kunden aber ohnehin nicht auf - denn in den Geschäften war es ungewohnt ruhig. Mangels Internet-Anbindung gab es nämlich auch keinen Zugang zu den Streams, die für Musikuntermalung sorgen. Weitere Probleme kamen im Straßenverkehr hinzu, da viele Nutzer inzwischen ohne Anbindung an Navigationsdienste kaum noch effektive Wege durch die Stadt finden.Zu Menschenaufläufen kam es Berichten zufolge in einigen U-Bahnhöfen. Hier funktionierten, das hatte sich schnell herumgesprochen, die alten Münzfernsprecher nämlich noch und man konnte Angehörige anrufen, die sich vielleicht aufgrund der Unerreichbarkeit von Familienmitgliedern Sorgen machten.
Beobachter beschrieben das Geschehen teils als regelrechte Dystopie. Für den Soziologieprofessor Nahm Kee-bom an der Universität Seoul waren die Geschehnisse hingegen absehbar. Man habe immer wieder einmal warnende Zeichen erhalten, wie fragil ein System ist, das sich in einer digitalisierten Welt einer Zentralisierung unterwirft. Dabei dauerte der Vorfall in diesem Fall noch nicht einmal lange an. Bereits am Sonntag hatten die Techniker die meisten Verbindungen wieder zum Laufen gebracht.
Siehe auch: Smart Home = Cold Home: Server-Ausfall ließ Netatmo-Kunden frieren
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