Die KI-Branche hat ihren eigenen Billiglohn-Sektor - im Slum in Kenia

Autonomes Auto, Daimler, lkw Bildquelle: Daimler
Billige Arbeitskräfte holt sich die Tech-Branche nicht nur, wenn Millionen Smartphones zusammengeschraubt werden müssen. Auch in Bereichen, in denen kaum jemand damit rechnet, werkeln Menschen in mühsamer Kleinarbeit. So trainieren viele Kenianer die KI-Systeme selbstfahrender Autos. Die Routinen, die das Silicon Valley der Öffentlichkeit stolz präsentiert, scheinen nahezu magisch eine Orientierung in ihrer Umgebung hinzubekommen. Dahinter steckt allerdings weniger eine extrem kluge Programmierung, sondern die unermüdliche Arbeit von tausend Leuten aus einem der ärmsten Slums in Nairobi. Sie tun den ganzen Tag nichts anderes, als Fotos so aufzubereiten, dass die KI-Algorithmen einen Lernprozess durchmachen können.

Die Qualität einer KI beruht bekannterweise nicht einfach auf der Programmierung, sondern in der Qualität und dem Umfang, mit der ihr Datenmaterial zum Training bereitgestellt wird. So wurde ein Algorithmus, der in der EU-Verwaltung zur Übersetzung von Unterlagen eingesetzt wird, unter anderem damit geschult, dass man ihm die verschiedenen Sprachversionen aller möglichen Papiere vorsetzte, die in den letzten Jahrzehnten von Experten übertragen wurden.


Pixel markieren für 9$ am Tag

Und die Software eines autonomen Autos muss vor allem lernen, in welchen Variationen Objekte beispielsweise als verschiedene Verkehrszeichen auftreten können, wie andere Verkehrsteilnehmer aussehen oder wie sich Straßenmarkierungen von Gegenständen unterscheiden. Und genau dies trainieren die zahlreichen Kenianer, die für den Dienstleister Samasource aus San Francisco tätig sind, den ganzen Tag, wie aus einem Bericht der BBC hervorgeht.

Sie sitzen dafür die gesamte Schicht vor dem Bildschirm und haben die Aufgabe, im Bildmaterial die geforderten Objekte jeweils Pixel-genau zu markieren. Das ist ein Vorfahrts-Schild. Und das ist auch ein Vorfahrts-Schild. Und so weiter. 9 Dollar beträgt der Tageslohn jedes Angestellten. Das entspricht etwa dem, was bei uns als Mindestlohn in der Stunde angesetzt ist. Die billigen Arbeitskräfte gehören in dem Slum, in dem viele mit gefährlichen, ungesunden Arbeiten auf rund 2 Dollar am Tag kommen, zu den besseren Verdienern.

Bei Samasource rechtfertigt man dies auch damit, dass man ja auch eigentlich nicht mehr zahlen könne, weil sonst das lokale Lohngefüge ins Ungleichgewicht käme und unabsehbare Folgen auftreten würden. Im Kern haben die Geschäftspartner der Firma, zu denen unter anderem Google und Microsoft gehören, hier eine Möglichkeit gefunden, auch einen wichtigen Teil der Software-Entwicklung in eine Billig-Region auszulagern.

Siehe auch: KI-Trainings: Bedarf an Rechenleistung steigt viel zu schnell an Autonomes Auto, Daimler, lkw Autonomes Auto, Daimler, lkw Daimler
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