Nach 14 Jahren vor dem Aus: Rover Opportunity kämpft ums Überleben

Mars, rover, Opportunity, Sandsturm Bildquelle: Nasa
Nach 14 Jahren auf der Marsoberfläche könnte die Mission des US-amerikanischen Marsrovers Opportunity jetzt wegen extremer äußerer Einflüsse zu Ende gehen. Der Forschungsroboter sieht sich aktuell dem mit Abstand größten Sandsturm ausgesetzt, der seit der Landung registriert wurde.

Opportunity hat aktuell nur die Möglichkeit zu warten

90 Tage: Länger wollten die Entwickler des Marsrovers Opportunity seine Laufzeit auf dem Mars vor dem Start im Juli 2003 nicht garantieren. Mittlerweile hat der Forschungsroboter mehr als 14 Jahre auf der Marsoberfläche verbracht und dabei auch viele Situationen überstanden, die das Aus der Mission hätten bedeuten können. Jetzt sieht sich Opportunity aber einer Situation ausgesetzt, die weit extremer ausfällt als alle bisherigen Hindernisse. Marsrover OpportunityDiese Karte des Mars zeigt einen wachsenden Staubsturm vom 6. Juni 2018. Die Karte wurde von einer Kamera auf der Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter erstellt. Der blaue Punkt zeigt den ungefähren Standort der Opportunity an. Schon seit Anfang Juni hatten Forscher auf der Marsoberfläche die Entwicklung eines Sandsturms beobachtet. Mit einem der letzten Signale, die der Rover am Sonntag an das Bodenpersonal der Nasa übermittelt hatte, war jetzt klar geworden, dass sich diese Wetterlage zu der schlimmsten entwickelt hat, die Opportunity in seinen Jahren auf dem Mars zu überstehen hat. Dabei war der Sturm laut Nasa innerhalb der letzten Tage zu einer "gigantischen Größe" angewachsen und hatte zuletzt die Ausmaße Nordamerikas erreicht - da der Mars nur rund 53 Prozent der Größe der Erde aufweist, sind die Auswirkungen einer solchen Wetterlage auf dem Nachbarplaneten aber sehr viel weitreichender.

Marsrover OpportunityMarsrover OpportunityMarsrover OpportunityMarsrover Opportunity
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Das größte Problem für Opportunity: Der Sturm sorgt durch die extreme Aufwirbelung von Sand dafür, dass weit weniger Sonnenstrahlen auf die Solarzellen des Rovers fallen. Dieses Licht wird benötigt, um die Stromspeicher des Gefährts zu laden und letztendlich zu verhindern, dass die Systeme bei den niedrigen Temperaturen auf der Marsoberfläche nicht einfrieren und für immer unbrauchbar gemacht werden. Diese Blockierung der Sonnenstrahlen fällt laut Nasa aktuell doppelt so stark aus wie beim bisher stärksten Sturm im Jahr 2007.

Systeme heruntergefahren

Die Nasa hatte in Erwartung des Sturms die Systeme des Rovers schon vor ein paar Tagen bis auf die nötigsten Funktionen heruntergefahren. Jetzt bleibt dem verantwortlichen Team nicht mehr viel, außer auf das Ende des Sturms zu warten und zu hoffen, dass Opportunity genug Energie sammeln konnte, um seine Systeme vor dem Einfrieren zu schützen - 2010 hatte dieses Problem vermutlich zum Ende der Schwestermission "Spirit" geführt. "Es gibt ein Risiko für den Rover, wenn der Sturm zu lang anhält und Opportunity zu kalt wird, während er darauf wartet, dass sich der Himmel klärt", so die Nasa in ihrer Mitteilung.

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