FBI zahlte für illegale PC-Durchsuchungen bei Reparatur

In den USA ist jetzt ein Streit entbrannt, nachdem bekannt wurde, dass das FBI seit über zehn Jahren Computer-Spezialisten dafür bezahlt hat, dass sie zum Beispiel Fotos mit Kinder-Pornografie auf Kundenrechnern suchten und meldeten. Aufgedeckt wurde das durch die Electronic Frontier Foundation EFF.
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Wie das Onlinemagazin CNet jetzt berichtet, wurde der ganze Skandal rund um vom FBI bezahlte Techniker der amerikanischen Handelskette Best Buy aufgedeckt, nachdem ein Arzt in Kalifornien angezeigt wurde. Er hatte seinen Computer zur Reparatur abgegeben und anschließend eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern am Hals. Der Fall wurde mittlerweile abgeschmettert, warf allerdings einige interessante Fragen auf, wie es überhaupt zu der Anzeige gekommen war. Hintergrund ist die Frage, ob man nicht einen Durchsuchungsbefehl benötigt, wenn man auf fremde Daten zugreift, oder ob die Techniker im Rahmen ihrer normalen Arbeitstätigkeit alle auch nur vermeintlich illegalen Aktivitäten auf Kunden-PC melden müssen.

Interne Dokumenten belegen alles

Schließlich hat das FBI indirekt in internen Dokumenten bestätigt, Prämien für die Meldung von illegalem Material zu zahlen und zwar bis zu 500 Dollar. Dokumente belegen die Zahlungen über die letzten zehn Jahre.

Damit, so die Auffassung der Electronic Frontier Foundation, seien die Techniker aber als bezahlte Informanten im Auftrag des Staates unterwegs und entsprechend einzuordnen, wenn sie Fotos gegen Bezahlung melden. Mit Mitarbeitern von Best Buy und der Cyber Working Group des FBI sollen zudem Treffen in Kentucky stattgefunden haben, was eine enge Zusammenarbeit belegt.

Staatliche Übergriffe

Ein Techniker, der sich dann Zugriff auf die fremden Daten verschafft, verletzt den vierten Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, der vor staatlichen Übergriffen schützen soll, so die EFF - bezahlte Informanten benötigen der Rechtsauffassung nach einen Durchsuchungsbefehl, der nicht vorlag.

Interessant ist auch die Frage, wer neben den Mitarbeitern von Best Buy noch vom FBI beauftragt wurde, einen Blick auf Kunden-Daten zu werfen.

Bekannte Unternehmen wie Apple und Microsoft hätten durch ihre eigenen Retail-Stores mit Service- und Reparaturangebot natürlich auch täglich Zugriff auf brisante Materialien. Das FBI wollte sich zu weiteren Informanten aber nicht äußern.

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