MAREA: Microsofts und Facebooks Stinkefinger an die Telekoms

Unterseekabel, Schiff, Meer, Cable Innovator Bildquelle: derlandsknecht / Flickr
Microsoft und Facebook haben ihr im Mai angekündigtes gemeinsames Projekt MAREA in Angriff genommen. Gemeinsam legen sie jetzt ein Unterseekabel durch den Atlantik - und dieses ist weitaus mehr als eine der vielen Verbindungen, wie sie inzwischen in größerer Zahl durch die Weltmeere laufen.

MAREAStrecke von MAREA
In erster Linie soll MAREA natürlich für schnellere Verbindungen der beiden großen Internet-Konzerne zu den Nutzern in Europa und darüber hinaus sicherstellen. Hinter den Kulissen ist das Projekt aber durchaus auch ein gar nicht einmal so dezenter Stinkefinger in Richtung der klassischen Telekommunikations-Industrie. Denn hier entsteht faktisch das erste Unterseekabel, das nicht unter Kontrolle eines der großen Netzbetreiber oder eines Backbone-Carriers steht, worauf der Kollege Erich Möchl beim ORF hinweist.

Das bedeutet in erster Linie, dass Microsoft und Facebook hier ihre komplett eigenen Vorstellungen umsetzen können. Die geplante Route mit ihrer Kapazität von 160 Terabit pro Sekunde ist mehr als ungewöhnlich. Die Verbindung zwischen Virginia Beach und Bilbao in Spanien ist die südlichste Trasse durch den Atlantik. Die Bauherren nehmen hier in Kauf, dass sie eine wesentlich längere Strecke überwinden müssen, als weiter im Norden, wo Europa und Amerika dichter beeinanderliegen.

Eine sehr lange Abkürzung

Sinnvoll ist dies aber durch die globale Backbone-Infrastruktur: Die längere Laufzeit im Kabel ist gegenüber jedem Zwischenknoten klar zu vernachlässigen. Und mit MAREA, an das die Microsoft- und Facebook-Datenzentren im US-Bundesstaat Virginia direkt angebunden sind, ist in Bilbao dann schon Europa erreicht. Von dort aus ist man schon mit einem weiteren Sprung in London. Jede andere bisherige Verbindung ist von der räumlichen Distanz zwar kürzer, beinhaltet aber eben mehr Knotenpunkte, die passiert werden müssen und die Latenzen hochtreiben. Die Region Bilbao wird sich aller Voraussicht nach auch darauf freuen, dass Microsoft und Facebook - und vielleicht auch andere Unternehmen - noch etwas mehr Zeit sparen wollen und hier dann Datenzentren vor Ort aufbauen.

Die beiden Konzerne machen sich damit auch ein gutes Stück unabhängig von den klassischen Netzbetreibern. Auch Google tat dies bereits, wenn unter komplett eigener Regie bisher auch nur auf dem Land. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen der Weltwirtschaft gehörenden Konzerne ihre Geschäfte schlicht nicht mehr dem Risiko aussetzen wollen, dass die traditionellen Infrastruktur-Betreiber mit ihren eigenen Interessen in eine unangenehme Richtung laufen - wie es beispielsweise bei der Frage der Netzneutralität der Fall ist. Dazu gehören inzwischen auch Einschätzungen, dass die Internet-Riesen nicht nur ihre eigenen Backbones errichten, sondern auch bereit sind, sich mit eigenem Mobilfunk mit ihren Nutzern zu verbinden.

Kommen zwangsläufig:
Mobilfunknetze von Google, Facebook & Co.
Unterseekabel, Schiff, Meer, Cable Innovator Unterseekabel, Schiff, Meer, Cable Innovator derlandsknecht / Flickr
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