Microsoft Research:
Server sollen Häuser beheizen
Wenn es nach Microsofts Forschungsabteilung geht, heizen wir zukünftig unsere Häuser mit Hilfe von Servern. Sie übernehmen nicht etwa die Steuerung der Anlage, sondern speisen die im normalen Betrieb produzierte Wärme in das Heizungssystem ein. Sowohl für die Umwelt als auch für die Serverbetreiber ergeben sich Vorteile.
Wer in einem kleinen Raum mit vielen PCs arbeitet, weiß vermutlich sehr genau, dass die Rechner Wärme erzeugen, die sogar ausreicht, um die Zimmertemperatur spürbar zu steigern. Die Forscher von Microsoft Research beschreiben jetzt in einem Dokument, wie man sich diese Tatsache im großen Stil zu Nutze machen kann, um ganze Gebäude zu heizen. Das System bezeichnen die Erfinder als "Data Furnaces", zu Deutsch also "Daten-Öfen".
Aus der Sicht eines Hauseigentümers handelt es sich lediglich um ein Heizungssystem. An einer zentralen Stelle im Gebäude wird ein großer Kasten aus Metall untergebracht, der an die Heizung angeschlossen wird und die Wärme liefert, die zur Erhitzung von Wasser verwendet wird. Im Inneren dieses Metallkastens stecken zahlreiche Server, die normalerweise in einem Rechenzentrum stehen würde, um dort Web-Angebote wie Hotmail zu beherbergen.
Aus der Sicht der Technikexperten kann die Industrie ihre Rechenkapazitäten verdoppeln, ohne den CO2-Austausch zu erhöhen. Die zusätzlich benötigte Energie wird zu einem großen Teil in Wärme umgewandelt, die Häuser beheizt und somit an einer anderen Stelle für Einsparungen sorgt. Um die Kosten zu minimieren, können sogar ältere Server eingesetzt werden, da diese oftmals ineffizienter sind und somit deutlich mehr Abwärme erzeugen. Um saisonale Schwankungen zu kompensieren, könnte das Mini-Rechenzentrum im Keller der Familie Schmidt in Winter stark genutzt werden, im Sommer dagegen nur minimal.
Die Forscher von Microsoft haben errechnet, dass die Kosten für den Betrieb eines Servers jährlich um 280 bis 320 US-Dollar gesenkt werden können, verglichen mit dem Betrieb in einem gewöhnlichen Rechenzentrum. Ein weiterer Vorteil wäre die Nähe der Server zu den Kunden. Wird beispielsweise Hotmail aufgerufen, könnte die Anfrage im Keller des Nachbarn verarbeitet werden, statt in einem Serverpark, der hunderte Kilometer entfernt aufgebaut ist.
Als Herausforderungen beim Betrieb der "Daten-Öfen" geben die Forscher beispielsweise die Sicherheit an. Es müssten besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die gespeicherten Informationen zu schützen, beispielsweise durch eine physische Schutzbarriere sowie eine Verschlüsselung. Zudem darf die übrige Technik in einem Haus vom Energiebedarf des Mini-Rechenzentrums nicht beeinflusst werden. Die Wartung der Server müsste komplett aus der Ferne erfolgen, da es für die meisten Hauseigentümer nicht akzeptabel wäre, wenn sie regelmäßig von einem Techniker besucht werden, der einen Server manuell neustarten will. Für Hardware-Defekte müsste man ebenfalls ein für beide Parteien tragbares Austauschsystem erdenken.
Weitere Informationen: The Data Furnace: Heating Up with Cloud Computing (PDF)
Aus der Sicht eines Hauseigentümers handelt es sich lediglich um ein Heizungssystem. An einer zentralen Stelle im Gebäude wird ein großer Kasten aus Metall untergebracht, der an die Heizung angeschlossen wird und die Wärme liefert, die zur Erhitzung von Wasser verwendet wird. Im Inneren dieses Metallkastens stecken zahlreiche Server, die normalerweise in einem Rechenzentrum stehen würde, um dort Web-Angebote wie Hotmail zu beherbergen.
Aus der Sicht der Technikexperten kann die Industrie ihre Rechenkapazitäten verdoppeln, ohne den CO2-Austausch zu erhöhen. Die zusätzlich benötigte Energie wird zu einem großen Teil in Wärme umgewandelt, die Häuser beheizt und somit an einer anderen Stelle für Einsparungen sorgt. Um die Kosten zu minimieren, können sogar ältere Server eingesetzt werden, da diese oftmals ineffizienter sind und somit deutlich mehr Abwärme erzeugen. Um saisonale Schwankungen zu kompensieren, könnte das Mini-Rechenzentrum im Keller der Familie Schmidt in Winter stark genutzt werden, im Sommer dagegen nur minimal.
Die Forscher von Microsoft haben errechnet, dass die Kosten für den Betrieb eines Servers jährlich um 280 bis 320 US-Dollar gesenkt werden können, verglichen mit dem Betrieb in einem gewöhnlichen Rechenzentrum. Ein weiterer Vorteil wäre die Nähe der Server zu den Kunden. Wird beispielsweise Hotmail aufgerufen, könnte die Anfrage im Keller des Nachbarn verarbeitet werden, statt in einem Serverpark, der hunderte Kilometer entfernt aufgebaut ist.
Als Herausforderungen beim Betrieb der "Daten-Öfen" geben die Forscher beispielsweise die Sicherheit an. Es müssten besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die gespeicherten Informationen zu schützen, beispielsweise durch eine physische Schutzbarriere sowie eine Verschlüsselung. Zudem darf die übrige Technik in einem Haus vom Energiebedarf des Mini-Rechenzentrums nicht beeinflusst werden. Die Wartung der Server müsste komplett aus der Ferne erfolgen, da es für die meisten Hauseigentümer nicht akzeptabel wäre, wenn sie regelmäßig von einem Techniker besucht werden, der einen Server manuell neustarten will. Für Hardware-Defekte müsste man ebenfalls ein für beide Parteien tragbares Austauschsystem erdenken.
Weitere Informationen: The Data Furnace: Heating Up with Cloud Computing (PDF)
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