Monopol dank Piraterie? Microsoft droht Ärger in China
China hat seit dem 1. August 2008 sein erstes Anti-Monopol-Gesetz. Damit will man eine zu starke Konzentration der Marktmacht von Unternehmen verhindern, wie es auch mit ähnlichen Regelungen in den USA und Europa erreicht werden soll.
Die Chinesen haben auch schon den ersten Kandidaten für eine Monopolklage nach dem neuen Gesetz ausgemacht - Microsoft. Laut Medienberichten aus dem Reich der Mitte wollen gleich mehrere Firmen so bald wie möglich unter Berufung auf die neue Gesetzgebung Kartellklagen gegen Microsoft einreichen.
So erklärte Cao Can, Chef von Evermore Software, dem Finanzblatt First Financial Daily, dass sein Unternehmen schon seit längerem Beweise für Microsofts monopolistisches Verhalten sammelt. Man wolle gegen den US-Softwarekonzern vorgehen, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind, kündigte er an.
Evermore habe die Entwicklung der neuen gesetzlichen Regelungen schon von Anfang an mit größtem Interesse verfolgt, so Cao weiter. Hintergrund sei Microsofts mutmaßlich monopolistisches Geschäftsgebahren bei dem Vertrieb seiner Software und Technologien, das nicht nur Evermores Interessen schade, sondern auch die Entwicklung und Innovation in Chinas Software-Industrie behindern soll.
Mit einer Klage gegen Microsoft würde man ein Signal an andere multinationale Konzerne senden können, die ihrerseits monopolistische Aktivitäten in China betreiben, sagte Cao. Auch die Firma Kingsoft prüft bereits ein Vorgehen gegen Microsoft nach der neuen Kartellgesetzgebung. Weitere Firmen geben sich bereits zuversichtlich, weil die Redmonder ihrer Meinung nach definitiv gegen die neuen Regelungen verstoßen.
Sowohl Evermore Software, als auch Kingsoft bieten ihrerseits Alternativen zu Microsoft Office an, die in Aussehen und Funktionalität stark an frühere Versionen des Büropakets erinnern. Wie groß die Chancen der Chinesen auf ein erfolgreiches Vorgehen gegen Microsoft stehen ist fraglich.
Die Regierung hat die Arbeit der chinesischen Softwarefirmen über Jahre hinweg mit hohen Subventionen gefördert und ihnen so einen Vorteil im Wettbewerb mit ausländischen Anbietern beschert. Außerdem wird der absolute Großteil der in China eingesetzten Microsoft-Software ohnehin ohne den Erwerb von Lizenzen illegal verwendet.
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