Microsoft Transparenzbericht:
2016 deutlich weniger Behördenanfragen

Microsoft hat seinen halbjährlichen Transparenzbericht auf dem Microsoft Transparency Hub veröffentlicht. Der Bericht weist alle Anfragen der Strafverfolgungsbehörden, den so genannten Bericht über Anordnungen zur Nationalen Sicherheit sowie über alle Anträge zur Entfernung von Inhalten für die zweite Jahreshälfte 2016 aus.
Microsoft, Redmond, Campus, Headquarter
Getty Images / Microsoft Presse
Interessant sind diese Berichte immer heruntergebrochen auf die einzelnen Länder. Microsoft erhielt demnach im zweiten Halbjahr 2016 eine Gesamtzahl von 25.837 Anfragen nach Kundendaten von Strafverfolgungsbehörden, schreibt das Unternehmen im Firmenblog. Insgesamt haben die Behördenanfragen damit nicht nur in der zweiten Jahreshälfte abgenommen, es waren damit auch im Gesamtjahr deutlich weniger Anfragen als noch 2015. Es geht dabei vornehmlich um die Freigabe von Daten, die Kunden in einem der Microsoft-Dienst erzeugt, geteilt oder gespeichert hat, also um Emails, Dokumente und so weiter. Es können aber auch Abgleiche über Zugriffe auf die Microsoft-Konten sein und allgemeine Registrierungs-Daten wie E-Mail-Adresse, Name, Land, Postleitzahl und IP-Adresse zum Zeitpunkt der Registrierung. Zu den Anfragen gehört immer ein entsprechender richterlicher Beschluss beziehungsweise eine richterliche Anordnung. Microsoft Transparenzbericht 2016Der zweite Transparenzbericht für 2016.

Die meisten Anfragen kommen aus USA, UK, Frankreich und Deutschland.

Eine Mehrheit der Strafverfolgungserfordernisse, die Microsoft in diesem Zeitraum erhielt, stammten weiterhin aus einer Handvoll Länder: Es waren immerhin 71 Prozent zusammen von den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Microsoft Transparenzbericht 2016Aktuelle Zahlen über die deutschen Behörden-Anfragen.

Über 3.500 Anfragen

Allein in Deutschland gab es 3.546 Anfragen für die Herausgabe für 6.254 Accounts und Nutzer. 15 Prozent davon lehnte Microsoft ab, alle anderen wurden erfüllt, wobei bei ebenfalls knapp 15 Prozent keine entsprechenden Daten zur Herausgabe vorhanden waren. Unter dem Strich blieben so noch über zweieinhalb Tausend erfüllte Anfrage.

Microsoft sammelt die Statistik über Anfragen auf einer Sonderseite. Dort kann man sich die Daten auch länderspezifisch für die letzten Jahre ansehen.

Die Reports zeigen nur die Anfragen der einzelnen Behörden für Daten und Personen in den einzelnen Ländern. Microsoft streitet sich dabei seit Jahren vor Gericht um Behördenanfragen, die die USA für Daten stellt, die nicht US-Bürger betreffen und dazu noch nicht in den USA gespeichert sind. Es geht dabei um eine 30 Jahre alte Generalverfügung für die US-Regierung, auch im Ausland tätig werden und dort Durchsuchungen jeglicher Art durchführen zu können. Dazu benötigen die Behörden allerdings die Mitarbeit des Redmonder Unternehmens. Zugriff auf solche Daten erteilt der Konzern aber grundsätzlich nicht.

Siehe auch: Rekordniveau: Behörden wollen immer mehr Nutzerdaten von Google
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