Wo es mehr Internet gibt, werden die Frisuren besser gepflegt
Zwischen Wirtschaftswachstum und der Internet-Nutzung gibt es eine Korrelation. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung über viele Jahre hinweg. Auch wenn der positive Zusammenhang zwischen beiden überwiegt, gilt für einige Branchen aber sogar das komplette Gegenteil.
In einem neuen Paper veröffentlichten Wissenschaftler der University of Chicago und der Monash University die Ergebnisse ihrer Untersuchung, die vor über einem Jahrzehnt ihren Anfang nahm. Von 2006 bis 2012 scannten sie im Viertelstunden-Takt den IP-Adressraum ab, ordneten aktiven Adressen konkrete Regionen zu und untersuchten anschließend detailliert die wirtschaftliche Entwicklung in der jeweiligen Gegend.
Im Ergebnis zeigte sich, dass eine positive Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes mit einer steigenden Zahl aktiver IP-Adressen einherging. Betont wird allerdings, dass hier lediglich eine Korrelation nachgewiesen werden konnte. Man kann also nicht mit Bestimmtheit sagen, dass es der Wirtschaft hilft, wenn mehr Leute im Netz aktiv sind - oder dass die Menschen öfter online gehen, wenn die Wirtschaft floriert. Möglich ist durchaus auch, dass beides von nicht berücksichtigten Faktoren gleichermaßen positiv beeinflusst wird.
Im Durchschnitt kam man über die zeitliche Betrachtung allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Steigerung der aktiven IP-Adressen um rund 10 Prozent mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um rund 0,8 Prozent einhergeht.
Überdurchschnittlich positiv entwickelten sich hingegen klassische Industriezweige wie Bergbau und Transport. Hier scheinen die effizienteren Prozesse einer digitalisierten Wirtschaft positiv zu wirken. Überraschend gut ging es aber auch handwerklichen Dienstleistern wie beispielsweise Friseuren oder Anbietern diverser Reparaturen. Das könnte daran liegen, dass es dem Netz tatsächlich gelingt, lokale Firmen und potenzielle Kunden wieder besser zusammenzubringen. Die positivste Entwicklung machte allerdings die Immobilienbranche durch, was auf den Effekt zurückgeführt werden dürfte, dass Internet-basierte Jobs jüngerer Menschen überdurchschnittlich gut bezahlt sind und diese sich entsprechend teureren Wohnraum leisten können.
In einem neuen Paper veröffentlichten Wissenschaftler der University of Chicago und der Monash University die Ergebnisse ihrer Untersuchung, die vor über einem Jahrzehnt ihren Anfang nahm. Von 2006 bis 2012 scannten sie im Viertelstunden-Takt den IP-Adressraum ab, ordneten aktiven Adressen konkrete Regionen zu und untersuchten anschließend detailliert die wirtschaftliche Entwicklung in der jeweiligen Gegend.
Im Ergebnis zeigte sich, dass eine positive Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes mit einer steigenden Zahl aktiver IP-Adressen einherging. Betont wird allerdings, dass hier lediglich eine Korrelation nachgewiesen werden konnte. Man kann also nicht mit Bestimmtheit sagen, dass es der Wirtschaft hilft, wenn mehr Leute im Netz aktiv sind - oder dass die Menschen öfter online gehen, wenn die Wirtschaft floriert. Möglich ist durchaus auch, dass beides von nicht berücksichtigten Faktoren gleichermaßen positiv beeinflusst wird.
Im Durchschnitt kam man über die zeitliche Betrachtung allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Steigerung der aktiven IP-Adressen um rund 10 Prozent mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um rund 0,8 Prozent einhergeht.
Medienbranche zieht nicht mit
Die Zusammenhänge in einzelnen Branchen sind allerdings stark abweichend voneinander. Tendenziell sinkende Wirtschaftskraft fand man unter anderem in einigen Service-Segmenten, insbesondere im Medien-Sektor, bei professionellen Beratungs-Dienstleistungen und im Bildungsmarkt. Das kann ein Effekt dessen sein, dass hier billige bis kostenlose Angebote im Netz die klassischen Produkte zunehmend unter Druck bringen.Überdurchschnittlich positiv entwickelten sich hingegen klassische Industriezweige wie Bergbau und Transport. Hier scheinen die effizienteren Prozesse einer digitalisierten Wirtschaft positiv zu wirken. Überraschend gut ging es aber auch handwerklichen Dienstleistern wie beispielsweise Friseuren oder Anbietern diverser Reparaturen. Das könnte daran liegen, dass es dem Netz tatsächlich gelingt, lokale Firmen und potenzielle Kunden wieder besser zusammenzubringen. Die positivste Entwicklung machte allerdings die Immobilienbranche durch, was auf den Effekt zurückgeführt werden dürfte, dass Internet-basierte Jobs jüngerer Menschen überdurchschnittlich gut bezahlt sind und diese sich entsprechend teureren Wohnraum leisten können.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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