Anne Franks Tagebuch jetzt frei im Netz:
Streit um Rechte geht weiter
Im Streit um das Urheberrecht der Tagebücher von Anne Frank haben nun zwei Franzosen Fakten geschaffen: Sie haben trotz des immer noch schwelenden Rechtstreits um das bekannte Dokument des kleinen, jüdischen Mädchens, das Original-Tagebuch als .txt und .ePub für jedermann frei zugänglich ins Netz gestellt.
Damit sind die weltberühmten Tagebücher - nach Auffassung vieler Experten - erstmals legal und frei, das heißt ohne Kosten und ohne Zugangshürden - im Netz verfügbar. Illegale Kopien gibt es natürlich von diesem Buch wie von eigentlich jedem anderen Werk auch schon lange im Internet. Anne Franks Tagebuch gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse des Holocausts. Ab Juli 1942 hatte die damals 13-Jährige ihre Erlebnisse im niederländischen Exil festgehalten, wo sich die Familie über Jahre vor den Nationalsozialisten verstecken konnte.
Das geltenden EU-Recht sieht das Ende der sogenannten Schutzfrist des Urheberrechts jeweils zum 1. Januar nach dem 70. Todestag eines Autors vor. Anne Frank kam im Frühjahr 1945 im NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben. Ihr Vater verstarb 1980. Nach Ansicht des Fonds erlischt das Urheberecht damit erst 2050, bis dahin dürfe es nach dieser Auffassung nur von ihnen lizenzierte Werke geben. Die Mitautorenschaft wird allerdings von vielen Wissenschaftlern bezweifelt.
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Streit um Ende der Schutzfrist
Der Streit um die Tagebücher der Anne Frank beschäftigt dabei seit Jahren die Gerichte. Er geht dabei vor allem von dem Anne Frank Fonds in Basel aus, den Annes Vater Otto Frank gegründet hatte. Die rechtlichen Vertreter des Fonds sehen Otto Frank als Mitautoren an und hatten daher rechtliche Schritte angedroht, falls das Tagebuch gegen ihren Willen schon jetzt frei zugänglich gemacht wird. Der Fond streitet sich dabei unter anderem auch mit dem Anne-Frank-Haus Amsterdam, welches eine wissenschaftlich aufbereitete Version mit vielen Details aus dem Leben der Anne Frank zusammengetragen hat und nun eigentlich 2016 veröffentlichen wollte.Das geltenden EU-Recht sieht das Ende der sogenannten Schutzfrist des Urheberrechts jeweils zum 1. Januar nach dem 70. Todestag eines Autors vor. Anne Frank kam im Frühjahr 1945 im NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben. Ihr Vater verstarb 1980. Nach Ansicht des Fonds erlischt das Urheberecht damit erst 2050, bis dahin dürfe es nach dieser Auffassung nur von ihnen lizenzierte Werke geben. Die Mitautorenschaft wird allerdings von vielen Wissenschaftlern bezweifelt.
"Gemeinfrei"
Mit der jetzt ins Netz gestellten Version haben sich nun Dritte, und zwar der Wissenschaftler der Universität Nantes, Olivier Ertzscheid, und die Grünen-Politikerin Isabelle Attard über die Androhungen des Anne-Frank-Fonds hinweggesetzt. Sie bieten eine Textversion im Blog der Politikerin sowie ein ePub (als .zip) zum Download an. Das Werk liegt im niederländischen Original vor. Aufgrund der Rechtsstreitigkeiten dürfte es nicht lange dauern, bis der Fond eine einstweilige Verfügung gegen diese Veröffentlichung einreicht, auch wenn das Buch nun theoretisch gemeinfrei sein müsste, also frei von Rechten der Urheber oder deren Rechtsnachfolgern. Wer sich für das Tagebuch interessiert, sollte also schnell sein.Siehe auch: Pegida-Song & Mein Kampf: daran will sich nicht mal Amazon bereichern
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