Glücksspiel-Apps im App Store:
Apple auf 50 Millionen Euro verklagt

In Brasilien sieht sich Apple mit einer millionenschweren Zivilklage konfrontiert. Kinderschutzorganisationen werfen dem Konzern vor, Minderjährige unzureichend vor Casino-Apps im App Store zu schützen. Gefordert werden strenge Alterskontrollen.
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WinFuture/KI-generiert

Klage wegen Casino-Apps auf iPhones

Apple steht in Brasilien im Zentrum einer juristischen Auseinandersetzung. Mehrere Kinderschutzorganisationen haben eine Zivilklage gegen den Technologiekonzern eingereicht und fordern Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen schütze Minderjährige im App Store nicht ausreichend vor dem Zugriff auf Glücksspielanwendungen. Die Kläger fordern die sofortige Einführung einer strengen Altersprüfung, um Kinder besser abzusichern.

Den Klägern zufolge laden Kinder und Jugendliche problemlos Casino-Spiele herunter, obwohl die Anwendungen offiziell eine Altersfreigabe ab 18 Jahren besitzen. Als konkretes Beispiel dient das Spiel Casino Roulette: Roulettist. Um auf Inhalte wie virtuelles Poker oder Spielautomaten zuzugreifen und In-App-Käufe zu tätigen, war laut der Klageschrift zu keinem Zeitpunkt ein Dokumenten­nachweis oder eine biometrische Gesichtserkennung erforderlich.


Kinderschutz im App Store

Neben der finanziellen Entschädigung verlangen die Organisationen weitreichende technische Anpassungen. Wie das Nachrichtenportal Tilt berichtet, soll Apple künftig verhindern, dass neue Casino-Anwendungen ohne vorherige Altersprüfung auf der Plattform erscheinen. Zudem fordern die Kläger eine kontinuierliche Überwachung bereits bestehender Titel durch spezielle Prüfteams, um unregulierte Glücksspielangebote zügig aus dem Angebot zu entfernen und Regelverstöße konsequent zu unterbinden.

Um die Einhaltung der Maßnahmen zu garantieren, fordern die Verbände die Vorlage halbjährlicher Berichte durch den Konzern. Sollte Apple einer entsprechenden gerichtlichen Anordnung nicht innerhalb von zehn Tagen nachkommen, droht dem Unternehmen eine tägliche Geldstrafe. Die Strafe beläuft sich auf umgerechnet knapp 85.000 Euro. Bereits in den vergangenen Monaten hatten brasilianische Behörden das interne Prüfverfahren kritisiert.

Apples geplante Maßnahmen

Auf die Vorwürfe reagierte Apple mit dem Verweis auf bestehende Kontrollmöglichkeiten für iPhones, iPads und Co. Eltern können über die Funktion der Familienfreigabe die Downloads und In-App-Käufe ihrer Kinder einschränken. Das setzt jedoch voraus, dass Erziehungsberechtigte die entsprechenden Funktionen in den Einstellungen aktiv nutzen und korrekt konfigurieren. Viele Nutzer kennen diese Optionen laut Verbraucherschützern im Alltag jedoch gar nicht.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, sich stärker an die lokale Gesetzgebung in Brasilien anzupassen. Derzeit befindet sich ein neues System zur Altersverifikation für den südamerikanischen Markt in der internen Testphase. Das soll voraussichtlich in den kommenden Monaten über ein offizielles Software-Update für alle Nutzer bereitgestellt werden. Damit will der Konzern künftige rechtliche Auseinandersetzungen in der Region vermeiden.

Wie bewertet ihr die Verantwortung von Plattformbetreibern bei der Altersprüfung? Reichen die Werkzeuge für Eltern aus oder müssen Konzerne mehr tun? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Kinderschutzorganisationen verklagen Apple in Brasilien wegen Casino-Apps
  • Die Organisationen fordern rund 50 Millionen Euro Schadenersatz von Apple
  • Minderjährige können Glücksspiel-Apps problemlos ohne Altersprüfung laden
  • Gefordert werden eine strenge Verifikation sowie halbjährliche Berichte
  • Der US-Konzern verweist auf bereits vorhandene Kontrollen für Eltern
  • Ein neues System zur Altersverifikation wird derzeit in Brasilien getestet

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