Bau der bisher leistungsfähigsten Digitalkamera aller Zeiten beginnt
Die Entwickler der bisher leistungsfähigsten Digitalkamera haben jetzt grünes Licht bekommen, um ihre derzeit nur in der Theorie bestehenden Planungen in die Praxis umzusetzen. Das System soll nach der Fertigstellung quasi das Auge des ebenfalls neu zu bauenden Large Synoptic Survey Telescope (LSST) darstellen.
Der Umsetzungsbeschluss wurde jetzt vom US-Energieministerium verabschiedet, das für die Finanzierung des Projektes zuständig ist. Der Bau des Gerätes erfolgt am SLAC National Accelerator Laboratory, das diesem angegliedert ist. Mit der Kamera soll ein bisher noch nicht verfügbares Bild des Universums aufgenommen werden, mit dem sich hoffentlich verschiedene noch offene Fragen der Kosmologie klären lassen.
Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Dann sollen die Optiken ein Sensor-System mit Licht versorgen, das es auf 3,2 Gigapixel Auflösung bringt. Zum Vergleich: Um auch nur eines der Fotos, die von der Kamera geschossen werden, im Original darzustellen, müsste man rund 1.500 aktuelle HD-Fernseher zusammenschalten. Allein die Kamera wird nach der Fertigstellung etwa die Größe eines Kleinwagens haben und mehr als drei Tonnen wiegen.
Montiert wird das System letztlich in einem Observatorium auf dem Berg Cerro Pachón in Chile. Von dort aus soll es Nacht für Nacht den Blick in den Himmel richten und Bilder von der gesamten südlichen Hemisphäre anfertigen. Daraus soll der größte Katalog von Sternen und Galaxien angefertigt werden, den es bisher gibt. Dieser Katalog bildet quasi die Grundlage, aus der sämtliche astronomischen Erkenntnisse hervorgehen.
"Über zehn Jahre hinweg wird das LSST mehrere zehn Milliarden Objekte am Himmel erfassen - erstmalig werden somit von einem Teleskop mehr Galaxien beobachtet, als es Menschen auf der Erde gibt", erklärte Steven Kahn, der das LSST leitet. Aus den zahlreichen Einzelbildern soll so im Grunde ein Film entstehen, der uns den Himmel mit bisher nicht machbarer Detailstufe zeigt.
Parallel muss natürlich auch die Infrastruktur zur Datenverarbeitung gebaut werden. Das LSST wird immerhin ein öffentlich zugängliches Archiv seiner Bilddaten erzeugen, das nach derzeitigen Schätzungen um 6 Millionen Gigabyte pro Betriebsjahr anwachsen wird. Die daraus zu ziehenden Erkenntnisse sollen sehr vielfältig sein: Möglich wird eine wesentlich bessere Erfassung der Flugbahnen zahlreicher Asteroiden, eine Beobachtung explodierender Sterne in anderen Galaxien und eine deutlich detailliertere Erkenntnis über die Strukturen, die Galaxien im Universum bilden. Letztlich soll das LSST natürlich nicht zuletzt einen Beitrag leisten, um endlich zu verstehen, was es mit der dunklen Materie und dunklen Energie auf sich hat, die immerhin mehr als 95 Prozent des Universums ausmachen und über deren Natur bisher einzig ein riesiges Fragezeichen steht.
Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Dann sollen die Optiken ein Sensor-System mit Licht versorgen, das es auf 3,2 Gigapixel Auflösung bringt. Zum Vergleich: Um auch nur eines der Fotos, die von der Kamera geschossen werden, im Original darzustellen, müsste man rund 1.500 aktuelle HD-Fernseher zusammenschalten. Allein die Kamera wird nach der Fertigstellung etwa die Größe eines Kleinwagens haben und mehr als drei Tonnen wiegen.
Montiert wird das System letztlich in einem Observatorium auf dem Berg Cerro Pachón in Chile. Von dort aus soll es Nacht für Nacht den Blick in den Himmel richten und Bilder von der gesamten südlichen Hemisphäre anfertigen. Daraus soll der größte Katalog von Sternen und Galaxien angefertigt werden, den es bisher gibt. Dieser Katalog bildet quasi die Grundlage, aus der sämtliche astronomischen Erkenntnisse hervorgehen.
"Über zehn Jahre hinweg wird das LSST mehrere zehn Milliarden Objekte am Himmel erfassen - erstmalig werden somit von einem Teleskop mehr Galaxien beobachtet, als es Menschen auf der Erde gibt", erklärte Steven Kahn, der das LSST leitet. Aus den zahlreichen Einzelbildern soll so im Grunde ein Film entstehen, der uns den Himmel mit bisher nicht machbarer Detailstufe zeigt.
22 Tonnen flüssiges Glas
Die Arbeiten an dem neuen Teleskop laufen schon seit geraumer Zeit. Äußerst spektakulär war dabei auch schon die Produktion des großen Spiegels, der das Licht bündeln soll. Im März 2008 hatten die Ingenieure kurzerhand das Football-Stadion der University of Arizona in Beschlag genommen, um Platz für ihren Hochofen zu haben. Dessen Brennkammer war 10 Meter breit und 2 Meter hoch - und als die darin geschmolzenen 22 Tonnen Glas flüssig waren, setzte man ihn in Rotation, um die Wölbung des bisher größten Spiegels für ein optisches Teleskop zu erhalten. Mehrere Monate musste dieser dann kontrolliert abkühlen und sechs weitere Jahre dauerten die Feinarbeiten - die im Wesentlichen aus Schleifen und Polieren bestanden. Weitere fünf Jahre wird man nun für den Bau und die Tests der Kamera brauchen.Parallel muss natürlich auch die Infrastruktur zur Datenverarbeitung gebaut werden. Das LSST wird immerhin ein öffentlich zugängliches Archiv seiner Bilddaten erzeugen, das nach derzeitigen Schätzungen um 6 Millionen Gigabyte pro Betriebsjahr anwachsen wird. Die daraus zu ziehenden Erkenntnisse sollen sehr vielfältig sein: Möglich wird eine wesentlich bessere Erfassung der Flugbahnen zahlreicher Asteroiden, eine Beobachtung explodierender Sterne in anderen Galaxien und eine deutlich detailliertere Erkenntnis über die Strukturen, die Galaxien im Universum bilden. Letztlich soll das LSST natürlich nicht zuletzt einen Beitrag leisten, um endlich zu verstehen, was es mit der dunklen Materie und dunklen Energie auf sich hat, die immerhin mehr als 95 Prozent des Universums ausmachen und über deren Natur bisher einzig ein riesiges Fragezeichen steht.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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