Südkorea will Daten um Huawei-Router herum leiten

Die immer wieder thematisierte Angst in den USA, in chinesischer Netzwerktechnik könnten sich Hintertüren befinden, hat nun auch auf Südkorea übergegriffen und dort zu konkreten Taten geführt.
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Huawei
Die südkoreanische Regierung hat einen Beschluss gefasst, wonach sensible Daten so durch das Internet geroutet werden sollen, dass sie nicht mehr durch Netzwerke laufen, in denen Systeme des chinesischen Herstellers Huawei eingesetzt werden. Dadurch sollen sie besser vor Lauschangriffen aus China geschützt sein.

Auf die Idee soll man in Südkorea allerdings nicht ganz von allein gekommen sein. Sie sei nicht nur von der entsprechenden Diskussion in den USA inspiriert, berichtet das Wall Street Journal, sondern gezielt vorangetrieben. Bei mehreren Treffen mit ihren Kollegen aus Südkorea sollen Vertreter der US-Regierung auf einen entsprechenden Schritt gedrängt und Sorge über die Sicherheit der Kommunikation mit ihren Militär-Basen in dem Land ausgedrückt haben.

In Washington versucht man allerdings zu beschwichtigen. "Die Vereinigten Staaten haben in der Vergangenheit zwar ihre Bedenken ausgedrückt, diese Entscheidung wurde allerdings von Südkorea allein getroffen", erklärte Jennifer Psaki, die Sprecherin des US-Außenministeriums. Bei den Südkoreanern wollte man hingegen gar keinen Kommentar zur Sache abgeben.

Dass die US-Regierung den Anschein zu erwecken versucht, man übe in dieser Hinsicht keinen direkten Einfluss aus, ist klar. Denn wenn man beginnt, offen in die Geschäftsbeziehungen ausländischer Unternehmen mit einer chinesischen Firma hineinzureden, dürfte dies die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Peking weiter belasten. Dies könnte Folgen für wichtige wirtschaftliche Kooperationen bedeuten. Immerhin sind wichtige Wirtschaftszweige in den USA, allen voran die IT-Branche, fast komplett von den Produktionsanlagen in China abhängig.

Huawei bemühte sich hingegen lange, nachzuweisen, dass man keine Hintertüren für die chinesische Regierung in die eigenen Systeme integriert. Sogar die Offenlegung der Quellcodes bot man an, ohne, dass dies etwas geändert hätte. Das Unternehmen beschloss daher im letzten Jahr, sich zukünftig nicht mehr mit dem US-Markt zu beschäftigen.
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