Egon Krenz: Social Networks hätten Mauer gestürzt
Der letzte Generalsekretär der DDR-Regierungspartei SED, Egon Krenz, glaubt, dass die DDR im Zeitalter sozialer Netzwerke die innerdeutsche Mauer nicht hätte aufrecht erhalten können.
"Gegen Facebook wäre wohl keine Mauer möglich gewesen. Das ist doch völlig klar", sagte Krenz in einem Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit (aktuelle Ausgabe). Die isolierte DDR wäre demnach im Facebook-Zeitalter einmal mehr in existenzielle Nöte geraten: "Diese wechselseitig abgeschotteten Systeme hätte man in einer Welt der sozialen Medien sicher nicht so einfach aufrecht erhalten können", sagte der 76-Jährige.
"Wir hätten es akzeptieren müssen, dagegen hätte sich niemand wenden können. Vieles hätte sich von selbst erledigt", führte er weiter aus. Krenz, der nach eigenen Angaben selbst ein iPhone nutzt, sieht kein Problem darin, wenn Sozialisten sich auf moderne Technik einlassen.
Mit globalen Unternehmen wie Apple habe er auch keine Schwierigkeiten, solange sie ihren Mitarbeitern vernünftige Löhne bezahlten: "Schon Marx hat, wenn ich das mal sehr vereinfachen darf, gesagt: Der Kapitalismus bringt schlechte, aber auch sehr gute Dinge zustande", so Krenz.
Egon Krenz war am 17. Oktober 1989 Nachfolger Erich Honeckers als SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender der DDR geworden. In der Wendezeit hatte er bereits nach rund sieben Wochen seine Ämter wieder verloren. In den kommenden Tagen wird ein von ihm herausgegebenes Buch über seinen Vorvorgänger Walter Ulbricht erscheinen.
"Wir hätten es akzeptieren müssen, dagegen hätte sich niemand wenden können. Vieles hätte sich von selbst erledigt", führte er weiter aus. Krenz, der nach eigenen Angaben selbst ein iPhone nutzt, sieht kein Problem darin, wenn Sozialisten sich auf moderne Technik einlassen.
Mit globalen Unternehmen wie Apple habe er auch keine Schwierigkeiten, solange sie ihren Mitarbeitern vernünftige Löhne bezahlten: "Schon Marx hat, wenn ich das mal sehr vereinfachen darf, gesagt: Der Kapitalismus bringt schlechte, aber auch sehr gute Dinge zustande", so Krenz.
Egon Krenz war am 17. Oktober 1989 Nachfolger Erich Honeckers als SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender der DDR geworden. In der Wendezeit hatte er bereits nach rund sieben Wochen seine Ämter wieder verloren. In den kommenden Tagen wird ein von ihm herausgegebenes Buch über seinen Vorvorgänger Walter Ulbricht erscheinen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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