Zaghafter Netzausbau:
IT-Wirtschaft schlägt Alarm

Der Ausbau der ITK-Infrastrukturen ist hierzulande zu wenig mit Visionen besetzt. Dies wird allerdings der Bedeutung des Internets und zugehöriger Technologien nicht gerecht und kann bald zu Problemen führen.
Internet, Erde, IT
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So sieht es zumindest ein aktuelles Positionspapier des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Bei dem Ausbau der ITK-Infrastruktur gehe es nach dessen Ansicht nicht nur darum, die Netze in Stand zu halten oder bedarfsgerecht zu erweitern. Vielmehr gelte es, die Energie-, Informations- und Logistik-Probleme einer älter werdenden und wohlhabenden Gesellschaft zu lösen, die Zukunftsfähigkeit mit Weitblick zu sichern und angesichts der abflauenden Wirtschaftsdynamik und der andauernden Finanzkrise kräftige industriepolitische Impulse zur Stärkung der Realwirtschaft und des Arbeitsmarktes zu geben.

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung moderner Kommunikationstechniken und -systeme wächst weiter, so der VDE. Seit über 15 Jahren verzeichnet der individuelle Datenkonsum einen Zuwachs um 50 Prozent bis 100 Prozent pro Jahr. Dieser Trend wird sich nach VDE-Schätzungen in den nächsten zehn Jahren fortsetzen.

Zugleich ist die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ein starker Wirtschaftsmotor. In Deutschland trägt der IKT-Sektor zu etwa einem Viertel zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Besonders große Zukunftspotenziale eröffnen komplexe Dienste und Anwendungen wie Smart Grid, Cloud Computing, Smart Cities und Smart Home. Hier hält Deutschland - noch - technologische Spitzenpositionen.

Um diese Potenziale zu nutzen, sei aber der massive Ausbau von flächendeckenden Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetzen erforderlich, die höchste Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Effizienz erfüllen. International hat hier bereits ein standortpolitischer Wettlauf um den Aufbau einer zukunftsfähigen Internet-Infrastruktur für die neuen Märkte eingesetzt. Dabei drohen Deutschland und Europa zurückzufallen, hieß es.

Insbesondere müsse die zunehmende Zurückhaltung bei Investitionen in den Entwicklungsbereich ein Ende haben, so die Forderung des Verbandes. Während asiatische Länder ihre Investitionen in die Forschung stark ausbauen, hat Europa das Lissabon-Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung zu investieren, bisher noch nicht erreicht.
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