Solarfarm als Weidefläche:
Schafe liefern bessere Wolle ab
Eine australische Solarfarm zeigt, dass sich Energiegewinnung und Schafhaltung nicht nur miteinander vereinbaren lassen, sondern sogar voneinander profitieren. Das zeigen Daten, die von einer Schafherde erhoben wurden.
Die 174 Megawatt starke Anlage liegt südöstlich der Stadt Dubbo und erstreckt sich über rund 320 Hektar. Ursprünglich musste der Betreiber Lightsource die Grasflächen bis zu sechsmal pro Jahr mähen. Das war aufwendig und teuer. Auslöser für die ungewöhnliche Kooperation war schließlich ein Gespräch zwischen einem Mitarbeiter des Unternehmens und Tony Inder, einem örtlichen Schafzüchter. Inder schlug vor, die Rasenmäher durch seine Tiere zu ersetzen.
Seit drei Jahren beweiden seine Merinos die Fläche. Für den Betreiber bedeutet das weniger Kosten für Diesel, Arbeitskräfte und Wartung. Gleichzeitig profitieren die Tiere von den besonderen Bedingungen unter den Solarmodulen. Die Paneele spenden Schatten und können dadurch die Belastung durch die australische Sommerhitze reduzieren. Zudem verändert die Beschattung den Wasserhaushalt des Bodens. Regen und Kondenswasser gelangen teilweise an den Kanten der Module auf den Boden, wodurch unter den Anlagen auch in trockeneren Zeiten frisches Gras wachsen kann.
Besonders interessant ist jedoch die Entwicklung der Wolle. Merinowolle wird unter anderem anhand des Faserdurchmessers, des sogenannten Mikron-Werts, sowie anhand von Wachstum und Gewicht bewertet. Erste Tests von Inder zeigten, dass sich die Wollqualität der Schafe auf der Solarfarm "signifikant" verbessert habe.
Die Forscher und Betreiber bleiben dennoch vorsichtig. Für einen endgültigen Nachweis seien weitere Untersuchungen über einen längeren Zeitraum notwendig. Trotzdem gilt das Projekt bereits als vielversprechendes Beispiel für sogenannte Agrivoltaik, bei der landwirtschaftliche Nutzung und Solarenergie auf derselben Fläche kombiniert werden. Die Solarmodule liefern damit nicht nur Strom, sondern schaffen gleichzeitig Bedingungen, unter denen Schafe offenbar besonders gut gedeihen.
Siehe auch:
PV-Module schaffen bessere Bedingungen
Auf der Wellington Solar Farm im australischen Bundesstaat New South Wales grasen inzwischen rund 1700 Merinoschafe zwischen den Solarmodulen. Nach ersten Untersuchungen ist die Qualität ihrer Wolle dabei offenbar deutlich gestiegen, wie aus einem Bericht des SienceBlog hervorgeht.Die 174 Megawatt starke Anlage liegt südöstlich der Stadt Dubbo und erstreckt sich über rund 320 Hektar. Ursprünglich musste der Betreiber Lightsource die Grasflächen bis zu sechsmal pro Jahr mähen. Das war aufwendig und teuer. Auslöser für die ungewöhnliche Kooperation war schließlich ein Gespräch zwischen einem Mitarbeiter des Unternehmens und Tony Inder, einem örtlichen Schafzüchter. Inder schlug vor, die Rasenmäher durch seine Tiere zu ersetzen.
Seit drei Jahren beweiden seine Merinos die Fläche. Für den Betreiber bedeutet das weniger Kosten für Diesel, Arbeitskräfte und Wartung. Gleichzeitig profitieren die Tiere von den besonderen Bedingungen unter den Solarmodulen. Die Paneele spenden Schatten und können dadurch die Belastung durch die australische Sommerhitze reduzieren. Zudem verändert die Beschattung den Wasserhaushalt des Bodens. Regen und Kondenswasser gelangen teilweise an den Kanten der Module auf den Boden, wodurch unter den Anlagen auch in trockeneren Zeiten frisches Gras wachsen kann.
Besonders interessant ist jedoch die Entwicklung der Wolle. Merinowolle wird unter anderem anhand des Faserdurchmessers, des sogenannten Mikron-Werts, sowie anhand von Wachstum und Gewicht bewertet. Erste Tests von Inder zeigten, dass sich die Wollqualität der Schafe auf der Solarfarm "signifikant" verbessert habe.
Wissenschaftliche Begleitung
Um die Beobachtung wissenschaftlich abzusichern, wurde eine Untersuchung von EMM Consulting und Elders Rural Services durchgeführt. Dabei wurden zwei vergleichbare Gruppen von Merinoschafen miteinander verglichen: eine auf herkömmlicher Weide und eine zwischen den Solarmodulen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Wolle der Solar-Schafe mindestens mit der Vergleichsgruppe mithalten kann. Teilweise deuteten die Messwerte sogar auf Verbesserungen hin.Die Forscher und Betreiber bleiben dennoch vorsichtig. Für einen endgültigen Nachweis seien weitere Untersuchungen über einen längeren Zeitraum notwendig. Trotzdem gilt das Projekt bereits als vielversprechendes Beispiel für sogenannte Agrivoltaik, bei der landwirtschaftliche Nutzung und Solarenergie auf derselben Fläche kombiniert werden. Die Solarmodule liefern damit nicht nur Strom, sondern schaffen gleichzeitig Bedingungen, unter denen Schafe offenbar besonders gut gedeihen.
Zusammenfassung
- Auf einer australischen Solarfarm weiden bereits 1700 Merinoschafe
- Der Solarparkbetreiber spart hohe Kosten für Mäharbeiten und Diesel
- Solarmodule spenden Schatten und begünstigen frisches Graswachstum
- Erste Tests zeigen eine deutlich verbesserte Wollqualität der Tiere
- Das Projekt gilt als ein vielversprechendes Beispiel für Agrivoltaik
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