Maersk rüstet großen 300-Meter-Frachter erstmals mit Rotorsegel aus

Die dänische Großreederei Maersk rüstet eines ihrer Containerschiffe im Rahmen breit angelegter Tests erstmals mit einem sogenannten Flettner-Rotor aus. Das Rotorsegel soll an Bord des Frachters Maersk Labrea helfen, den Treibstoffverbrauch zu drücken.
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Anemoi Maritime Technologies

    35-Meter-Rotor soll großem Frachter Sprit sparen helfen

    Der Logistikkonzern Maersk hat eine Kooperation mit der britischen Firma Anemoi Marine Technologies verkündet, in deren Rahmen ein Rotorsegel an Bord eines im regulären Containerverkehr eingesetzten Frachtschiffes erprobt wird. Damit will man herausfinden, wie viel Schweröl sich durch 35 Meter hohe "Segel" einsparen lässt.

    Wie Anemoi mitteilte, wird das Rotorsegel im vorderen Bereich eines Schiffs der "Lima"-Klasse installiert, das Raum für 8700 20-Fuß-Container bietet. Dabei handelt es sich um die mittlere Containergröße mit einer Länge von gut sechs Metern. Die sogenannten TEU (Twenty-foot Equivalent Units) sind somit etwa halb so lang wie die größeren 12-Meter-Container (Fourty-foot Equivalent Units).

    Maersk Labrea mit Rotorsegel von AnemoiMaersk Labrea mit Rotorsegel von AnemoiMaersk Labrea mit Rotorsegel von AnemoiMaersk Labrea mit Rotorsegel von Anemoi

    Tests an Bord der Maersk Labrea beginnen 2027

    Bei dem laut Marketing-Fotos der beteiligten Unternehmen im Rahmen der Tests verwendeten Schiff handelt es sich um einen 2013 gebauten Containerfrachter mit 300 Metern Länge und 45 Metern Breite, der heutzutage eher der "Mittelklasse" entspricht. Konkurrierende Reeder betreiben bereits noch größere Schiffe, die bis zu 400 Meter lang sind und beinahe die dreifache Menge an TEUs aufnehmen können.

    Die Maersk Labrea soll laut den Plänen Mitte 2027 mit dem 35 Meter hohen Flettner-Rotor von Anemoi ausgerüstet werden, der einen Durchmesser von fünf Metern hat. Der britische Entwickler von Windkraftlösungen wird dabei die Installation und Integration des Rotorsegels in das bestehende Antriebssystem des Frachters übernehmen. Im Anschluss soll die Erprobung auf regulären Frachtrouten im Bereich des Nord- und Südatlantiks erfolgen.


    Die Rotorsegel, welche auch als Flettner-Rotoren bezeichnet werden, nutzen den sogenannten Magnus-Effekt, bei dem sich ein rotierender zylindrischer Körper durch einen Luftstrom bewegt und so Auftrieb erzeugt. Sie sollen zusätzlichen Schub erzeugen und so die Auslastung der großen Motoren des Schiffs reduzieren.

    Wie stark die Einsparungen durch die Installation des Rotorsegels bei der Maersk Labrea sein können, muss sich noch zeigen. Bei Tests mit drei seiner Rotorsegel will Anemoi eine Einsparung von Kraftstoff und Emissionen in Höhe von gut neun Prozent erzielt haben, wobei auf einigen Fahrten bis zu 21 Prozent erreicht wurden.

    Die Betreiber von Containerfrachtern stehen derzeit unter einigem Druck, ihren Schadstoffausstoß zu reduzieren. Bis 2030 sollen die Emissionen nach dem Willen der International Maritime Organization (IMO) im Vergleich zu 2008 um mindestens 20 Prozent sinken, bevor man bis 2040 eine Reduktion um 70 Prozent erreichen und bis 2050 Klimaneutralität erreichen will.

    Zusammenfassung
    • Maersk erprobt ein 35 Meter hohes Rotorsegel auf einem Containerschiff
    • Die Installation auf der Maersk Labrea ist für Mitte 2027 geplant
    • Der Flettner-Rotor nutzt den Magnus-Effekt zur Erzeugung von Schub
    • Die Technologie soll den Treibstoffverbrauch reduzieren
    • Reeder stehen unter Druck, den Schadstoffausstoß drastisch zu senken
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