Klarnamen verbessern Kommentar-Qualität nicht
Die Verpflichtung von Nutzern zur Verwendung ihres Klarnamens in Online-Communities führt entgegen vieler Behauptungen nicht zu einer Steigerung der Qualität bei Kommentaren. Das zeigen Erkenntnisse, die über einen längeren Zeitraum hinweg in Südkorea gemacht wurden, berichtete das Magazin 'Techcrunch'.
Eine ganze Reihe von Plattformen drängt seine Nutzer inzwischen dazu, ihre echten Namen zu nutzen. Facebook und Google+ sind hier prominente Beispiele und auch YouTube versucht derzeit, die Anwender zu einer Umstellung des Nutzernamens hin zum Klarnamen zu überreden - stets mit dem Argument, einer höheren Qualität der Inhalte.
So erklärte beispielsweise die Marketing-Chefin von Facebook, Randi Zuckerberg, das die Möglichkeit einer anonymen Nutzung des Internets abgeschafft werden sollte. "Die Leute benehmen sich viel besser, wenn sie unter ihrem echten Namen agieren. Ich denke, die Menschen verstecken sich nur hinter der Anonymität und glauben, dann alles sagen zu können, was sie wollen."
Allerdings ist das nach realen Erfahrungen ein Trugschluss, wie die Praxis in Südkorea zeigte. Dort wurden die Nutzung von Klarnamen über einige Zeit hinweg in bestimmten Bereichen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Zuerst galt dies ab dem Jahr 2003 für Diskussionen auf politischen Webseiten, 2007 weitete man die Klarnamen-Pflicht auf alle Angebote mit mehr als 300.000 Nutzern im Monat aus, ein Jahr später wurde diese Marke auf 100.000 Nutzer abgesenkt.
Inzwischen hat man die Regelungen aber wieder abgeschafft. Denn eine Untersuchung zeigte, dass die Zahl von unerwünschten Kommentaren nur minimal um 0,9 Prozent zurückging. Statt dessen führte die Klarnamenpflicht zu verschiedenen Problemen. So konnten Kriminelle, die in Nutzer-Accounts eindrangen, die dort gemachten Angaben viel leichter den dahinterstehenden Personen zuordnen - wie etwa beim üblichen Beispiel, wo die Ankündigung einer Urlaubsreise für Einbrecher eine relevante Information ist.
Weiterführende Untersuchungen der Carnegie Mellon University in den USA zeigten hingegen Wege auf, wie Kommentar-Bereiche verbessert werden können. Eine Möglichkeit ist es, die Nutzer stärker zu binden. Denn unerwünschte Kommentare stammen meist von Usern, die nur wenig auf einer Plattform aktiv sind. Wer ein Angebot häufig nutzt, gibt sich hingegen mehr Mühe mit seiner Reputation unter den anderen Anwendern - unabhängig davon, ob man nun mit echtem Namen oder unter einem festen Pseudonym postet.
So erklärte beispielsweise die Marketing-Chefin von Facebook, Randi Zuckerberg, das die Möglichkeit einer anonymen Nutzung des Internets abgeschafft werden sollte. "Die Leute benehmen sich viel besser, wenn sie unter ihrem echten Namen agieren. Ich denke, die Menschen verstecken sich nur hinter der Anonymität und glauben, dann alles sagen zu können, was sie wollen."
Allerdings ist das nach realen Erfahrungen ein Trugschluss, wie die Praxis in Südkorea zeigte. Dort wurden die Nutzung von Klarnamen über einige Zeit hinweg in bestimmten Bereichen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Zuerst galt dies ab dem Jahr 2003 für Diskussionen auf politischen Webseiten, 2007 weitete man die Klarnamen-Pflicht auf alle Angebote mit mehr als 300.000 Nutzern im Monat aus, ein Jahr später wurde diese Marke auf 100.000 Nutzer abgesenkt.
Inzwischen hat man die Regelungen aber wieder abgeschafft. Denn eine Untersuchung zeigte, dass die Zahl von unerwünschten Kommentaren nur minimal um 0,9 Prozent zurückging. Statt dessen führte die Klarnamenpflicht zu verschiedenen Problemen. So konnten Kriminelle, die in Nutzer-Accounts eindrangen, die dort gemachten Angaben viel leichter den dahinterstehenden Personen zuordnen - wie etwa beim üblichen Beispiel, wo die Ankündigung einer Urlaubsreise für Einbrecher eine relevante Information ist.
Weiterführende Untersuchungen der Carnegie Mellon University in den USA zeigten hingegen Wege auf, wie Kommentar-Bereiche verbessert werden können. Eine Möglichkeit ist es, die Nutzer stärker zu binden. Denn unerwünschte Kommentare stammen meist von Usern, die nur wenig auf einer Plattform aktiv sind. Wer ein Angebot häufig nutzt, gibt sich hingegen mehr Mühe mit seiner Reputation unter den anderen Anwendern - unabhängig davon, ob man nun mit echtem Namen oder unter einem festen Pseudonym postet.
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