Megaupload: Die Contentmafia und digitale Hehler
Die Schließung des Filehosters Megaupload und die Verhaftung seiner Betreiber hat bei unterschiedlichen Interessengruppen scharfe Reaktionen hervorgerufen. Während die Lobby der Medienbranche sich über die Ausschaltung "digitaler Hehler" freut, kritisiert die Piratenpartei Willkür im Dienste der "Contentmafia".
Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sieht in dem geschlossenen Angebot einen Dienst, bei dem sich die Betreiber auf Kosten der Rechteinhaber bereichern. "Mit Megapupload und Megavideo wurden zwei zentrale Dienste aus dem Gefüge der parasitären Geschäftsmodelle von Filehoster-Portalsystemen zunächst vom Netz genommen", sagte GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy.
Zu einer gänzlich anderen Bewertung kommt man bei der Piratenpartei: "Rechtlich gesehen bieten Filehoster etwa die gleiche Dienstleistung wie ein Lagerhallenbetreiber an - es wäre absurd, diesen für das Verhalten seiner Kundschaft verantwortlich zu machen", sagte deren Urheberrechtsexperte Andreas Popp.
Er betonte, dass die Betreiber sich sogar bewusst am US-Urheberrechtsgesetz Digital Millenium Copyright Act (DMCA) orientiert hätten. Das Gesetz schreibt vor, dass ein Infrastrukturbetreiber wie Megaupload auf Hinweis eines Rechteinhabers beanstandete Dateien aus dem Netz nehmen muss. "Wird demnächst auch der Vorstand von Google verhaftet, weil auch auf YouTube Nutzer urheberrechtlich geschützte Medien hochladen", führte Popp weiter aus.
Auch der Vorgang der Festnahme der Betreiber polarisiert. "Kim Dotcom alias Schmitz ist aus unserer Sicht nicht nur ein Schwergewicht der illegalen Szene sondern einer der Paten unter den digitalen Hehlern. Wir begrüßen seine Festnahme und die seiner Kompagnons ausdrücklich", erklärte Leonardy.
Popp sieht dabei Parallelen zur Pirate-Bay-Razzia im Jahr 2006. "Damals wurden auf Betreiben der USA Server in Schweden beschlagnahmt, weil The Pirate Bay US-Gesetze verletzt haben soll", sagte er. Auch im aktuellen Fall stelle man mit Besorgnis fest, dass der Einfluss der Verwerterindustrie mittlerweile so groß ist, dass drei deutsche Staatsbürger in Neuseeland verhaftet werden, weil sie angeblich gegen amerikanisches Copyright verstoßen haben.
Zu einer gänzlich anderen Bewertung kommt man bei der Piratenpartei: "Rechtlich gesehen bieten Filehoster etwa die gleiche Dienstleistung wie ein Lagerhallenbetreiber an - es wäre absurd, diesen für das Verhalten seiner Kundschaft verantwortlich zu machen", sagte deren Urheberrechtsexperte Andreas Popp.
Er betonte, dass die Betreiber sich sogar bewusst am US-Urheberrechtsgesetz Digital Millenium Copyright Act (DMCA) orientiert hätten. Das Gesetz schreibt vor, dass ein Infrastrukturbetreiber wie Megaupload auf Hinweis eines Rechteinhabers beanstandete Dateien aus dem Netz nehmen muss. "Wird demnächst auch der Vorstand von Google verhaftet, weil auch auf YouTube Nutzer urheberrechtlich geschützte Medien hochladen", führte Popp weiter aus.
Auch der Vorgang der Festnahme der Betreiber polarisiert. "Kim Dotcom alias Schmitz ist aus unserer Sicht nicht nur ein Schwergewicht der illegalen Szene sondern einer der Paten unter den digitalen Hehlern. Wir begrüßen seine Festnahme und die seiner Kompagnons ausdrücklich", erklärte Leonardy.
Popp sieht dabei Parallelen zur Pirate-Bay-Razzia im Jahr 2006. "Damals wurden auf Betreiben der USA Server in Schweden beschlagnahmt, weil The Pirate Bay US-Gesetze verletzt haben soll", sagte er. Auch im aktuellen Fall stelle man mit Besorgnis fest, dass der Einfluss der Verwerterindustrie mittlerweile so groß ist, dass drei deutsche Staatsbürger in Neuseeland verhaftet werden, weil sie angeblich gegen amerikanisches Copyright verstoßen haben.
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Christian Kahle
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