Microsoft steigt aus Geschäft mit E-Books aus

Der Software-Konzern Microsoft will das Angebot sowie den Support für seinen E-Book-Reader "Microsoft Reader" auslaufen lassen. Die Software bot seit dem Jahr 2000 die Möglichkeit, Bücher und Magazine in digitalem Format anzeigen zu lassen. Wie das Unternehmen ankündigte, wird das Programm nur noch bis zum 30. August 2012 zum Download bereitstehen. Bereits zum 8. November dieses Jahres wird Microsoft den E-Book-Shop schließen, über den bisher Inhalte in dem vom Microsoft Reader genutzten .lit-Format vertrieben wurden.

Die Nutzung bereits gekaufter E-Books wird auch über die genannten Termine hinweg möglich sein. Dies ist insofern von Bedeutung, dass die Inhalte in der Regel DRM-geschützt sind und nicht einfach in ein anderes Format konvertiert werden können. Hierfür will das Unternehmen auch keine Tools zur Verfügung stellen.

Der Microsoft Reader wurde in seiner ersten Fassung im Jahr 2000 veröffentlicht. Die Software lag sowohl für Windows-PCs als auch für Windows Mobile-Smartphones vor. Konkrete Gründe für die Einstellung des Programms nannte Microsoft nicht.

Die Software führte allerdings schon länger ein eher stiefmütterliches Dasein. So veröffentlichte der Hersteller im Jahr 2007 das letzte Update für die PC-Version, umfassendere Neuerungen gab es schon zu diesem Zeitpunkt aber seit Jahren nicht mehr. Die Windows Mobile-Variante bekam immerhin im Jahr 2009 ein letztes Mal eine Auffrischung.

Das Unternehmen wird wohl einerseits keine weiteren Ressourcen mehr in das Projekt stecken wollen, da die meisten Nutzer, die an E-Books interessiert sind, inzwischen ohnehin auf andere Plattformen setzen. Neben Anbietern wie Amazon will man wohl auch nicht ein deutlich schlechteres Angebot auf dem Markt behalten wollen und so Gefahr laufen, sich hier einen Image-Schaden einzufangen.
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