UK: Filesharer-Jagd im Mobilfunknetz nicht möglich
Das geht aus einem Bericht des Magazins 'ZDNet UK' hervor. Der Ende letzter Woche vorgelegte Entwurf der "Digital Economy Bill" sieht vor, dass Internet-Zugangsanbieter den Rechteinhabern die Daten von Kunden übergeben müssen, die illegal Inhalte austauschen.
Der Branchenverband Mobile Broadband Group erklärte nun, dass die Netzbetreiber ein Problem mit der Identifikation solcher Anwender haben. Während im Festnetz jedem Internet-Nutzer eine klare IP-Adresse zugewiesen und dies protokolliert wird, sei das in den Mobilfunknetzen so nicht der Fall, erklärte Verbandschef Hamish MacLeod.
Die Netzbetreiber müssten nach aktuellem Stand erst Datenbanken aufbauen, die es ermöglichen, die teilweise schnell wechselnden Zuweisungen mitzuspeichern. Dies sei allerdings ziemlich kostspielig. Schätzungen sprechen hier von einem Investitionsvolumen von rund 38 Millionen Euro für die gesamte Branche.
Der Gesetzentwurf sieht zwar vor, dass diese Kosten zwischen Netzbetreibern und Rechteinhabern geteilt werden sollen. Allerdings sehen die Mobilfunker nicht ein, warum sie überhaupt für etwas Geld ausgeben sollen, an dem sie keinerlei Interesse haben. Sie wollen das Thema nun in ihrer Lobby-Arbeit angehen.
Hinzu kommt, dass sich in Großbritannien Käufer von Prepaid-Karten nicht identifizieren müssen. So ist für die Netzbetreiber erst recht nicht nachvollziehbar, wer in diesem Fall die Infrastruktur nutzt.
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Christian Kahle
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