Microsoft-Forscher wollen Internet de-anonymisieren

Internet & Webdienste Forscher von Microsoft haben ein neues Konzept namens Host Tracker vorgestellt, mit dem es möglich sein soll, Angriffe aus dem Internet oder Schad-Inhalte zuverlässig zu ihren Ursprüngen zurück zu verfolgen. Das Ziel ist die "De-Anonymisierung" des Internets. Host Tracker wurde von den Microsoft-Forschern Yinglian Xie, Fang Yu und Martin Abadi anlässlich der SigComm 2009 Konferenz in Spanien erstmals präsentiert. Mit der Technologie sollen sich Daten mit einer Genauigkeit von 99 Prozent zu ihrem Quell-Server zurückverfolgen lassen, auch wenn Anonymisierungsversuche vorgenommen werden.

Der Ansatz sieht vor, Informationen zum IP-Verkehr abzugleichen, um den tatsächlichen Ursprung ausfindig zu machen. Dabei setzt man nicht etwa auf das Abfangen von Daten am Server, sondern wertet aus, wie zum Beispiel der Browser des Clients Verbindungen zu bestimmten Servern herstellt.

Bei ersten Tests wurden rund 330 GB des Traffics eines E-Mail-Servers analysiert, um herauszufinden, welcher der Nutzer für den Versand bestimmter Spam-Arten verantwortlich war. Rund 550 Millionen Nutzer-IDs und 220 Millionen IP-Adressen wurden untersucht und mit Zeitstempeln von Nachrichtenübertragungen oder Anmeldungen bei den E-Mail-Konten abgeglichen.

Letztlich war es dabei möglich, den Ursprung von Schad-Software ausfindig zu machen. Die neue Technologie soll einmal bessere Möglichkeiten zur Abwehr von Server-basierten Online-Angriffen, Spam, Adware und anderer Schad-Software bieten, die sich auf HTML-Code stützen. Sie kann auch dann verwendet werden, wenn ein Angriff über Proxy-Server, NATs oder dynamische IPs erfolgt.

Link: De-anonymizing the Internet Using Unreliable IDs (PDF)
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