Spitzelskandal: Telekom belastet Ex-Manager schwer
Dem Konzern lägen neue Beweise vor, mit denen die direkte Verantwortung der beiden Manager für die Bespitzelung von Aufsichtsratsmitgliedern, Gewerkschaftern und Journalisten belegt werden könne, sagte Datenschutzvorstand Manfred Balz gegenüber dem 'Handelsblatt'.
Konkretes wollte dieser noch nicht bekannt geben. Aus internen Quellen will die Zeitung aber erfahren haben, dass es unter anderem Belege für die Treffen zwischen Zumwinkel und dem Telekom-Sicherheitsmitarbeiter Klaus Trzeschan gibt. Letzterer soll die Ausforschung von Verbindungsdaten praktisch umgesetzt haben - auf Geheiß der Top-Manager.
Neben den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht die Telekom auch selbstständig gegen Ricke und Zumwinkel vor. Nach den derzeit vorliegenden Fakten hätten diese nämlich gegen die unternehmenseigenen Richtlinien verstoßen, was letztlich erst zum Spitzelskandal führte.
Für den Image-Schaden verlangt das Unternehmen nun Schadensersatz. Zumwinkel wurde bereits zur Zahlung von knapp einer Million Euro aufgefordert. Sollte das Geld nicht bis zum Monatsende eingehen, will die Telekom es sich über ein zivilrechtliches Verfahren holen.
Der Betrag könnte sogar noch steigen. Er umfasst sowohl die Anwaltskosten, die der Telekom im aktuellen Fall entstehen, als auch die Rechnungen des zu Unrecht mit der Auswertung der Telefonverbindungen beauftragten externen Dienstleisters.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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