IBM arbeitet an Standard für sprach-basiertes Web

Forschung & Wissenschaft Die indische Forschungsabteilung des IT-Konzerns IBM arbeitet an einer Version des World Wide Webs, die auf gesprochener Sprache basiert. Den Kern soll das Protokoll HSTP bilden. HSTP - das Hyperspeech Transfer Protocol - ist eine entsprechend abgewandelte Form des Hypertext Transfer Protocol (HTTP), das zur Auslieferung von Webseiten eingesetzt wird. Die Funktionalität des Sprach-Webs soll der herkömmlicher Angebote ähnlich sein, teilte das Unternehmen mit.

Nutzer steuern dabei so genannte Voice Sites an, die ähnliche wie eine HTML-Seite wiederum Links zu weitergehenden Informationen enthalten. Die Inhalte werden von einem Sprachsystem vorgelesen, navigieren können die Anwender ebenfalls über mündliche Anweisungen.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Ansätze, ein solches System zu schaffen. Diese ähnelten allerdings meist den herkömmlichen Sprachcomputern bei Hotlines und waren wenig attraktiv. HSTP soll hingegen deutlich bessere Möglichkeiten bieten und auch herkömmliche Web-Inhalte wiedergeben können.

Die Technologie soll vor allem den Menschen in Ländern wie Indien einen Zugang zu Internet-Inhalten ermöglichen. In dem Land gibt es inzwischen 360 Millionen Handy-Nutzer, monatlich kommen 15 Millionen hinzu. Internet-Anschlüsse sind hingegen außerhalb der größeren Städte kaum verbreitet.
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