Briten fordern Kontrolle aller Nutzerinhalte im Web

Social Media Anbieter von Web 2.0-Plattformen wie YouTube und Facebook sollten die von den Anwendern eingestellten Inhalte vor deren Veröffentlichung überprüfen. Die Bereitstellung illegaler Inhalte wäre so zu verhindern. Das geht aus einem Bericht des Ausschusses für Kultur, Medien und Sport im britischen House of Commons hervor. In diesem wird die Haltung Googles kritisiert, dass es nicht möglich sei, alle YouTube-Videos vor ihrer Veröffentlichung zu prüfen.

Das Unternehmen bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, rechtswidrige Inhalte zu melden, die anschließend gelöscht werden. Eine redaktionelle Überwachung sei angesichts der Menge von derzeit rund zehn Stunden hochgeladenem Videomaterial pro Minute nicht machbar, so Google.

"Wir finden dieses Argument nicht überzeugend", heißt es in dem Bericht. Anderen großen Anbietern wie MySpace sei eine Prüfung nämlich durchaus möglich. "MySpace hat uns mitgeteilt, dass man sich jedes hochgeladene Bild und Video anschaut." Angehörige des Ausschusses hätten sich vor Ort in den USA ein Bild darüber gemacht, wie einige hundert Mitarbeiter des Social Networks das Material anschauten.

Illegale Inhalte würden so binnen maximal zwei Stunden von der Seite entfernt. Daran sollten sich andere messen lassen. "Wir finden es schockierend, wenn es ein industrieweiter Standard sein soll, wenn beispielsweise Inhalte über Kindesmissbrauch erst nach 24 Stunden entfernt werden", so der Bericht. Die Branche sollte sich auf einen Minimalstandard verständigen.
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