Geschichte geschrieben: Erste Rakete erreicht von Europa aus den Orbit

Die deutsche Raumfahrtfirma Isar Aerospace hat Geschichte geschrieben: Ihre Spectrum-Rakete hat am 5. September erstmals eine Umlaufbahn erreicht und damit den ersten erfolgreichen Start einer orbitalen Rakete von westeuropäischem Boden absolviert.
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    Start mit Hindernissen

    Der Start erfolgte um 22:12 Uhr Ortszeit vom Andøya Space Center im Norden Norwegens. Rund sieben Minuten später erreichte die zweistufige Rakete zunächst eine elliptische Umlaufbahn. Für Isar Aerospace war der Erfolg ein wichtiger Meilenstein. "Das ist Geschichte für Spectrum, für Isar und für Europa", sagte Spectrum-Chefingenieur Nikolaos Perakis während der Liveübertragung des Starts. Zugleich markiert die Mission einen deutlichen Fortschritt für die europäische private Raumfahrt, die unabhängiger von etablierten Trägersystemen werden will.

    Der erfolgreiche Flug war erst der zweite Versuch für die Spectrum. Der rund 28 Meter hohe Träger war bereits im März 2025 erstmals gestartet. Die Mission "Going Full Spectrum" endete jedoch weniger als eine Minute nach dem Abheben mit einem Absturz. Eine anschließende Untersuchung ergab laut Isar Aerospace, dass ein unbeabsichtigtes Öffnen eines Entlüftungsventils und der Verlust der Lagekontrolle während eines Rollmanövers zum Fehlschlag geführt hatten.


    Auch der zweite Startversuch wurde mehrfach verschoben. Ursprünglich für Januar vorgesehen, verhinderten zunächst Probleme mit einem Druckventil den Start. Im März kamen schlechtes Wetter und ein Schiff im Sicherheitsbereich hinzu. Ein weiterer Versuch am 9. April wurde wegen eines Lecks an einem Druckbehälter abgebrochen. Mitte Juni stoppte Isar die Mission erneut, nachdem ungewöhnliche Vorgänge in den Fluidsystemen der Rakete festgestellt worden waren.

    Beginn einer neuen Ära?

    Für die endlich gestartete Mission "Onward and Upward" konnte Spectrum nun erstmals echte Nutzlasten transportieren. An Bord befanden sich fünf Cubesats sowie ein wissenschaftliches Experiment. Nach dem Erreichen der zunächst elliptischen Umlaufbahn führte die Oberstufe ein Manöver zur Zirkularisierung durch. Anschließend wurden die Nutzlasten wie geplant ausgesetzt. Isar Aerospace erklärte die Mission damit rund zwei Stunden nach dem Start für erfolgreich.

    Spectrum soll zukünftig vor allem kleine und mittelgroße Satelliten ins All bringen. Die Rakete kann nach Angaben des Unternehmens bis zu tausend Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn transportieren. Die Produktionsstätte nahe München ist auf eine Kapazität von mehr als 30 Raketen pro Jahr ausgelegt.

    Für Isar ist der historische Erfolg daher nach eigener Einschätzung erst der Anfang. Das Unternehmen hat durchaus Pläne für weitergehende Projekte. Wenn es gut läuft, könnte hier also auch die private europäische Raumfahrtindustrie an die Erfolge der staatlichen Organisationen anknüpfen, die mit der Ariane eines der besten Launcher-Systeme der Welt betreiben.

    Zusammenfassung
    • Isar Aerospace startete erstmals eine orbitale Rakete aus Westeuropa
    • Der Start der Spectrum erfolgte im norwegischen Andøya Space Center
    • Ein erster Testflug der Trägerrakete scheiterte bereits im März 2025
    • Fünf Cubesats und ein wissenschaftliches Experiment wurden ausgesetzt
    • Künftig sollen jährlich über dreißig Träger nahe München entstehen

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