Vista-Experiment: Schlechtes Image unbegründet?
Die Website zum "Mojave Experiment" ist Teil von Microsofts Versuch, dem Image von Windows Vista auf die Beine zu helfen. Die Videos sollen die Menschen dazu bewegen, sich über Vista ausführlicher zu informieren, bevor sie aufgrund von Mundpropaganda falsche Behauptungen weiterverbreiten.

Anlässlich der Freischaltung der Website zum "Mojave Experiment" hat Microsoft einige weitere Details zu der Aktion verraten. Nach Angaben von Chris Flores, Director beim Windows Client Communications Team, wollte man mit dem Vorhaben zunächst nur herausfinden, wie der Durchschnittskunde auf Vista reagieren würde, wenn er nicht weiss, dass es sich um das viel gescholtene jüngste Desktop-Windows handelt.
Das Ganze habe als Untersuchung so genannter Fokusgruppen begonnen. Rund 120 Teilnehmer seien dazu nach San Francisco eingeladen worden, um festzustellen "ob es tatsächlich einen Unterschied zwischen Wahrnehmung und Realität" gibt, was die Meinung der Nutzer zu Vista angeht. Erst im Nachhinein sei entschieden worden, die erstaunlichen Ergebnisse ins Marketing einfließen zu lassen.
Die Teilnehmer seien willkürlich aus der Datenbank des für die Durchführung von Tests mit Anwendern zuständigen Partners ausgewählt und dann kontaktiert worden. Ihre Teilnahme hing davon ab, wie sie sich bei einer früheren Befragung zu Vista geäußert hatten. Nur Personen, die Vista auf einer Skala von 10 weniger als fünf Punkte gegeben hatten, wurden schließlich eingeladen, sich das "nächste" Windows einmal näher anzusehen.
Den Teilnehmern wurde dann von einem professionellen Verkäufer eine Demonstration vorgeführt, wobei sie selbst bestimmen konnten, was sie interessiert. All dies sei auf einem zum aktuellen Zeitpunkt durchschnittlich ausgerüsteten PC passiert - einem System auf Basis von Intels Core 2 Duo T7500 CPU mit 2,2 GHz und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem diente immer Windows Vista Ultimate in der 32-Bit-Variante.
Nach der Demonstration wurden die Testteilnehmer erneut gebeten, dem angeblich neuen Windows mit dem Codenamen "Mojave" eine Einstufung auf einer Skala von 1 bis 10 zu geben. Im Durchschnitt gaben die Probanden dem ominösen neuen Windows eine Wertung von 8,5 Punkten - bei der früheren Befragung zu Vista lag der Durchschnitt bei 4,4.
Flores beteuerte abschließend, dass das "Mojave Experiment" nicht von Anfang an als großes Marketing-Projekt geplant worden sei. Tatsächlich sei es das genaue Gegenteil - ein Experiment mit überraschenden Ergebnissen. Man veröffentliche die Videos vor allem deshalb, weil man glaube, sie dürften den einen oder anderen Nutzer interessieren.
Bei Flores Angaben muss man bedenken, dass er als Mitglied des Windows Client Communications Teams für das Marketing des Betriebssystems mit verantwortlich ist. Das Experiment wurde aber nach bisherigem Kenntnisstand ursprünglich tatsächlich auf Anregung eines Mitarbeiters aus den unteren Rängen der Microsoft-Hierarchie gestartet.
Unter den Teilnehmern war die Gruppe der XP-Nutzer mit 84 Prozent am größten. Weitere 22 Prozent nutzen Mac OS, 14 Prozent andere ältere Windows-Versionen und 1 Prozent Linux. Viele der Testpersonen hätten "Mojave" auch eine höhere Einstufung gegeben, machten dies aber von einer längeren Nutzung auf eigene Faust abhängig.
Das Motto des "Mojave Experiments": "Sieh selbst. Entscheide selbst."
Weitere Informationen: MojaveExperiment.com
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