"Spam-König" drohen Jahrzehnte in Haft & Bankrott
Hintergrund ist Soloways Schuldbekenntnis, Postbetrug sowie Betrug in Verbindung mit elektronischer Post begangen und eine Steuerschuld aus dem Jahr 2005 nicht gezahlt zu haben, als er mindestens 300.000 US-Dollar mit seinen Spam-Nachrichten umsetzte. Tatsächlich dürfte die Strafe nun sogar deutlich moderater ausfallen als zunächst erwartet, weil er sich schuldig bekannt hat.
Durch eine Absprache mit der Anklage wurde ein Großteil der Klagepunkte fallen gelassen, so dass die schwerste Strafe nun nicht wegen Spam-Mails droht, sondern wegen "gewöhnlichen" Postbetrugs. Dennoch könnte sich das Strafmaß bei einer Verurteilung allein wegen Postbetrugs schon auf 20 Jahre belaufen. Da er auch wegen Betruges in Verbindung mit elektronischer Post und seiner Steuerschulden seine Schuld eingestand, könnten jeweils 5 bzw. 1 Jahr Haft dazukommen - summa summarum ganze 26 Jahre.
Hinzu könnten Geldstrafen in Höhe von insgesamt 625.000 US-Dollar kommen. Die US-Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Soloway mit seinem dubiosen Treiben tausenden Bürgern Schaden zugefügt hat. Er verschickte nicht nur Milliarden Spam-Mails - er war einer der zehn größten Spam-Versender der Welt - sondern betrog auch noch seine Auftraggeber, die ihn zu Preisen von rund 500 US-Dollar mit dem Versand der unerwünschten Nachrichten beauftragten oder Adressen erwerben wollten.
Robert Alan Soloway wurde im Mai 2007 festgenommen. Er lebte zuvor in einem City-Apartment im 17. Stock und fuhr einen hochwertigen Mercedes-Benz Sportwagen. Heute soll er fast pleite sein. Seine Anwälte gehen davon aus, dass von seinem einstigen Wohlstand nicht mehr viel geblieben ist. Einige seiner Besitztümer, darunter Sonnenbrillen im Wert von 3700 US-Dollar, 27 Paar Schuhe im Wert von insgesamt 7400 US-Dollar und Kleidungsstücke im Wert von insgesamt 14.200 US-Dollar sollen zur Tilgung der Strafe heran gezogen werden.
Soloways finanzielle Probleme haben einen simplen Grund. Ihm droht im US-Bundesstaat Oklahoma wegen ähnlicher Vergehen eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 10 Millionen US-Dollar. Außerdem schuldet er dem Softwarekonzern Microsoft noch fast 8 Millionen US-Dollar wegen des illegalen Versands von Spam-Mails über die Dienste MSN und Hotmail.
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