10-Mrd.-Dollar-Vertrag: Neue NASA-Pläne für dauerhafte Mondstation

Die Raumfahrtbehörde kündigt neue Aufträge für Mondmissionen an, darunter einen Rover-Transport durch Blue Origin für 94 Millionen Dollar. Im Rahmen eines neuen Programms winken privaten Raumfahrtfirmen Verträge in Milliardenhöhe.
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WinFuture/Symbolbild
  • Die NASA vergibt private Lieferaufträge im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar
  • Das Lieferprogramm soll die Errichtung einer festen Station am Südpol fördern
  • Blue Origin transportiert den neuen Forschungsrover PROMISE zum Südpol des Mondes
  • Der Rover nutzt zwecks Kostenersparnis Bauteile von früheren Mars-Missionen
  • Eine bemannte Landung von Astronauten ist nach dem Zeitplan für 2028 avisiert
  • Langfristig dienen die geplanten Mondprojekte auch der Vorbereitung auf den Mars

Zehn Milliarden für die Mondbasis

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat am Samstag auf der Luft- und Raumfahrtmesse MAX POWER im Kennedy Space Center einen Vertragsrahmen für Liefermissionen zum Mond vorgestellt. Im Programm Commercial Lunar Payload Services (CLPS) können sich private Unternehmen über zehn Jahre um Aufträge im Gesamtwert von bis zu zehn Milliarden Dollar (etwa 8,98 Milliarden Euro) bewerben.

Die Missionen sollen den Aufbau einer dauerhaften Basis am Südpol des Mondes vorantreiben. Die ausgewählten Unternehmen sollen wissenschaftliche Geräte, Technik und Infrastruktur dorthin bringen, bevor Besatzungen eintreffen.

Künftig sollen die Landefähren bis zu sechs Tonnen Fracht transportieren können. Zu den ersten Schritten gehört die für 2027 geplante Mission Artemis III, ein Testflug in der Erdumlaufbahn.

Blue Origin erhält 94 Millionen Dollar (rund 84 Millionen Euro), um den Rover PROMISE zum Südpol des Mondes zu bringen. Optional sind weitere 140 Millionen Dollar (etwa 126 Millionen Euro) vorgesehen. Der Start mit der Landefähre Mark 1 ist für Ende 2028 geplant, die Primärmission soll 18 Monate dauern. Relativity Space arbeitet ebenfalls an einer solchen Mondmission.

Rover nutzt Mars-Ersatzteile

Das Jet Propulsion Laboratory baut den sechsrädrigen Polar Rover for Observation, Mapping and In-Situ Exploration. Projektwissenschaftler James Keane leitet die Mission. Um Entwicklungskosten zu senken, verwenden die Ingenieure Flugersatzteile der Marsrover Curiosity und Perseverance. Das mit einem Bohrer ausgestattete Fahrzeug soll Oberfläche und Untergrund untersuchen - auch in Gebieten, in denen Wassereis vermutet wird. Dieses könnte eine dauerhafte Präsenz von Menschen auf dem Mond unterstützen.

Neben Blue Origin können sich sieben weitere Raumfahrtunternehmen um Aufträge des Lieferprogramms bewerben: SpaceX, Firefly Aerospace, Intuitive Machines, iSpace US, Lockheed Martin Space, Northrop Grumman Space Systems und Voyager Technologies.

Zeitplan der Artemis-Mondmissionen

  • 2022
    16. November
    Start von Artemis I: Beim ersten unbemannten Testflug heben die Schwerlastrakete SLS und die Raumkapsel Orion erfolgreich ab. Die Kapsel umrundet den Mond und kehrt nach rund 25,5 Tagen im Dezember 2022 zur Erde zurück.
  • 2026
    1. bis 10. April
    Artemis II: Vier Astronauten umrunden bei einer zehntägigen Mission den Mond und testen erstmals alle Lebenserhaltungssysteme der Orion-Kapsel im tiefen Weltraum. Es ist der erste bemannte Flug über den niedrigen Erdorbit hinaus seit Apollo 17 im Jahr 1972.
  • 2026
    23. Oktober
    Neuausrichtung des Missionsplans: Die NASA kündigt umfassende Anpassungen für die kommenden Flüge an. Eine stärkere Centaur-V-Oberstufe für die SLS sowie überarbeitete Konzepte von SpaceX (Schub für Orion zum Mond) und Blue Origin (Einsatz von Transferstufen) sollen die Mondlandung technisch absichern.
  • 2027
    Sommer (geplant)
    Artemis III: Statt einer direkten Mondlandung dient die rund 14-tägige bemannte Mission als Test in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Vier Raumfahrer erproben mit der Orion-Kapsel das Annähern und Andocken an die Landefähren Blue Moon von Blue Origin und Starship von SpaceX.
  • 2028
    Frühjahr (geplant)
    Artemis IV: Erstmals seit über 50 Jahren sollen wieder Menschen auf dem Mond landen. Zwei Besatzungsmitglieder steigen in die Landefähre von SpaceX oder Blue Origin um und forschen rund eine Woche lang nahe dem lunaren Südpol.
  • 2028
    Ende des Jahres (geplant)
    Artemis V: Die zweite bemannte Mondlandung des Programms. Ab diesem Zeitpunkt strebt die NASA mindestens eine bemannte Mission zur Mondoberfläche pro Jahr an.

Die NASA vergab zudem Transportaufträge im Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar (etwa 1,17 Milliarden Euro) an Arrow Science and Technology, Blue Origin und Impulse Space. Die Missionen sollen Technologien für den Frachttransport zwischen Erde und Mond erproben. SpaceX soll 2028 bei einer Demonstrationsmission mit der Starship-Rakete Kommunikationssatelliten aussetzen. Langfristig will die NASA ihre Mondaktivitäten als Grundlage für bemannte Marsmissionen nutzen.

Wie bewertet ihr die Mondpläne der NASA und die Beteiligung privater Unternehmen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare!

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Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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