Salz auf Saturnmond Enceladus:
Kristalle helfen bei Suche nach Leben
Der Ozean des Saturnmondes Enceladus liegt unter einer dicken Eisschicht. Fontänen am Südpol schleudern jedoch Wasser in den Weltraum. Eine Untersuchung zeigt nun, wie Salzkristalle das Wasser und mögliche Lebensspuren einschließen könnten.
Um zu prüfen, welches Material verlässliche Hinweise auf die chemische Zusammensetzung des Wassers liefert, kühlten Wissenschaftler im Labor eine Lösung aus Natriumchlorid und Natriumkarbonat ab.
Mit leistungsstarker Röntgenstrahlung beobachteten sie den Gefrierprozess. Wachsende Salzkristalle schlossen dabei winzige Wassertaschen ein, die Informationen über die Ozeanchemie bewahren können.
Bei den größten Kristallen war dies durchweg der Fall. Die mikroskopisch kleinen Hohlräume könnten Proben flüssigen Wassers bewahren.
Die Lösung war etwa fünfmal so stark konzentriert, wie es Schätzungen anhand von Daten der NASA-Raumsonde Cassini nahelegten. Die Sonde hatte bei Vorbeiflügen Eispartikel von Enceladus analysiert. Die höhere Konzentration war nötig, um ausreichend große Kristalle zu züchten. In einer verdünnteren Lösung würde wahrscheinlich zunächst Eis entstehen, wodurch das übrige Wasser zunehmend salziger würde.
Enceladus hat großes Potenzial für Leben
Für künftige Missionen empfehlen die Autoren empfindliche Nahinfrarot-Instrumente, mit denen Raumsonden Natron auf der Mondoberfläche aufspüren könnten. Untersucht werden sollten gezielt frische Ablagerungen nahe den Schloten am Südpol. Größere Tropfen dürften dort langsamer abkühlen und den Kristallen Zeit und Raum zum Wachsen geben.
Was denkt ihr über diese Methode, um im All nach Lebensspuren zu suchen? Haltet ihr solche Missionen für sinnvoll? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
- Fontänen am Südpol von Saturnmond Enceladus schleudern Eispartikel ins All
- Gefrierende Salzkristalle können mikroskopische Wassertaschen einschließen
- Natronkristalle schützen mögliches biologisches Material wohl vor Strahlung
- Im Labor wiesen vor allem größere Kristalle flüssige Einschlüsse auf
- Künftige Raumsonden könnten mit Infrarotinstrumenten nach Natron suchen
- Der salzige Ozean unter dem Eis gilt als vielversprechender Ort für Leben
Fontänen als Fenster zum Ozean
Schon seit Jahren ist der Saturnmond Enceladus in den Blick der Forscher gerückt, denn es herrschen besondere Bedingungen, die die Suche nach außerirdischem Leben erleichtern. Fontänen nahe dem Südpol schleudern Wasserdampf und Eispartikel ins All. So können Forscher den Ozean untersuchen und nach möglichen biologischen Spuren suchen, ohne ins Eis bohren zu müssen.Um zu prüfen, welches Material verlässliche Hinweise auf die chemische Zusammensetzung des Wassers liefert, kühlten Wissenschaftler im Labor eine Lösung aus Natriumchlorid und Natriumkarbonat ab.
Mit leistungsstarker Röntgenstrahlung beobachteten sie den Gefrierprozess. Wachsende Salzkristalle schlossen dabei winzige Wassertaschen ein, die Informationen über die Ozeanchemie bewahren können.
Salzkristalle fangen Wasser ein
Wie die Forscher im Magazin Nature berichten, untersuchten sie das Mineral Natron, das auf Enceladus vermutet wird. Etwa drei Prozent der knapp 3.800 untersuchten Körner enthielten Flüssigkeitseinschlüsse.Bei den größten Kristallen war dies durchweg der Fall. Die mikroskopisch kleinen Hohlräume könnten Proben flüssigen Wassers bewahren.
Die Lösung war etwa fünfmal so stark konzentriert, wie es Schätzungen anhand von Daten der NASA-Raumsonde Cassini nahelegten. Die Sonde hatte bei Vorbeiflügen Eispartikel von Enceladus analysiert. Die höhere Konzentration war nötig, um ausreichend große Kristalle zu züchten. In einer verdünnteren Lösung würde wahrscheinlich zunächst Eis entstehen, wodurch das übrige Wasser zunehmend salziger würde.
Enceladus hat großes Potenzial für Leben
Suche nach unberührten Proben
Ob Natron biologisches Material intakt halten kann, ist bislang nicht getestet. Die Forscher vermuten jedoch, dass die Kristallstruktur vor Strahlung schützen könnte. Frühere Untersuchungen alter Salzablagerungen auf der Erde lieferten Berichte über mögliche mikrobielle Zellen, die in Flüssigkeitseinschlüssen von Kristallen erhalten geblieben sind.Für künftige Missionen empfehlen die Autoren empfindliche Nahinfrarot-Instrumente, mit denen Raumsonden Natron auf der Mondoberfläche aufspüren könnten. Untersucht werden sollten gezielt frische Ablagerungen nahe den Schloten am Südpol. Größere Tropfen dürften dort langsamer abkühlen und den Kristallen Zeit und Raum zum Wachsen geben.
Was denkt ihr über diese Methode, um im All nach Lebensspuren zu suchen? Haltet ihr solche Missionen für sinnvoll? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Warum ist Enceladus für Leben interessant?
Enceladus besitzt einen globalen, salzhaltigen Ozean unter einer dicken Eisschicht. In Kombination mit Wärmeenergie durch Gezeitenkräfte und organischen Molekülen und Elementen wie Phosphor gilt der Mond als einer der vielversprechendsten Orte für außerirdisches Leben im Sonnensystem.
Neueste Daten zeigen, dass dieser Ozean über geologische Zeiträume stabil geblieben sein könnte - eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Leben. Die Kombination aus Wasser, Wärme und Chemie macht Enceladus zu einem Top-Ziel für künftige Missionen.
Neueste Daten zeigen, dass dieser Ozean über geologische Zeiträume stabil geblieben sein könnte - eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Leben. Die Kombination aus Wasser, Wärme und Chemie macht Enceladus zu einem Top-Ziel für künftige Missionen.
Wie stabil ist der Ozean unter dem Eis?
Die Wärmeabgabe von Enceladus beträgt global etwa 54 Gigawatt - ein Wert, der nahezu exakt der durch Gezeitenkräfte eingebrachten Energie entspricht. Dieses Gleichgewicht deutet auf eine stabile thermische Umgebung hin.
Laut Forschern ist dies ein starkes Indiz dafür, dass der Ozean über hunderte Millionen bis Milliarden Jahre flüssig geblieben ist. Diese Stabilität ist entscheidend, damit sich Leben überhaupt entwickeln kann.
Laut Forschern ist dies ein starkes Indiz dafür, dass der Ozean über hunderte Millionen bis Milliarden Jahre flüssig geblieben ist. Diese Stabilität ist entscheidend, damit sich Leben überhaupt entwickeln kann.
Wann ist eine neue Mission zu Enceladus geplant?
Die ESA erwägt derzeit eine Mission zu Enceladus mit Start in den 2040er Jahren. Ziel wäre es, die chemische Zusammensetzung der Plumes zu analysieren oder sogar eine Landung durchzuführen.
Auch NASA-Missionen sind in Planung, etwa mit Robotern oder Submersibles, die den Ozean direkt untersuchen könnten. Die Erkenntnisse aus Cassini helfen dabei, geeignete Landeplätze und Zugänge zu identifizieren.
Auch NASA-Missionen sind in Planung, etwa mit Robotern oder Submersibles, die den Ozean direkt untersuchen könnten. Die Erkenntnisse aus Cassini helfen dabei, geeignete Landeplätze und Zugänge zu identifizieren.
Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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