NASA plant Mondbasis für 20 Milliarden Dollar, Nuklearflüge zum Mars

Die US-Raumfahrtbehörde NASA schlägt unter dem neu ernannten Chef Jared Isaacman neue Wege ein und hat unter anderem den Ver­zicht auf eine neue Raumstation in der Mondumlaufbahn ange­kün­digt. Stattdessen sollen Milliarden in eine Station auf dem Mond fließen.
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NASA

Dauerhafte Präsenz auf dem Mond geplant

Der neue NASA-Chef Isaacman, der unter der Trump-Regierung kürzlich die Leitung der US-Raumfahrtbehörde übernommen hat, kündigte gestern Abend eine ganze Reihe von grundlegend geänderten Zielen an. Dazu gehört auch, dass Atomkraft auf dem Mond zum Einsatz kommen soll.

Konkret kündigte Isaacman an, dass die Pläne für den Bau einer Raumstation, die eigentlich den Mond umkreisen sollte, aufgegeben werden. Stattdessen sollen verschiedene Komponenten aus dem Projekt für den Bau einer Bodenstation auf dem Mond verwendet werden. Die Kosten für das Vorhaben bezifferte er mit rund 20 Milliarden Dollar (etwa 19 Milliarden Euro).

Das Artemis-Mondprogramm soll unter anderem darauf hinarbeiten, mehr Landefahrzeuge auf den Mond zu bringen, die mit Robotertechnik bestückt sein sollen. Außerdem will man die Grundlagen für den Einsatz von nuklearbetriebenen Systemen auf dem Mond schaffen.

Bis 2028 soll Space Reactor-1 Freedom zum Mars starten

Innerhalb der nächsten zwei Jahre hat man außerdem weitere hochtrabende Pläne. Die NASA soll demnach noch vor Ende des Jahres 2028 eine neue Raumsonde in Richtung Mars schicken, die mit einem Atomreaktor ausgerüstet ist. Die Space Reactor-1 Freedom genannte Sonde soll unter anderem verwendet werden, um die Nutzung einer nuklearelektrischen Antriebstechnik zu demonstrieren.

Hat der Space Reactor-1 Freedom (SF-1 Freedom) erst den Mars erreicht, sollen Landevehikel in Form von Helikoptern der Ingenuity-Class auf der Oberfläche landen und den Planeten erkunden. Insgesamt plant man in stark erweitertem Umfang die Nutzung von Nukleartechnologie für Antriebe und den Betrieb von Bodenaktivitäten im All.

Mit Blick auf die Pläne für einen geänderten Umgang mit dem Artemis-Programm war davon die Rede, dass man vor allem auf eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond hinarbeiten will. Ab 2027 sollen nach und nach 30 Roboter auf den Mond gebracht werden, um langfristig die Voraussetzungen für den Transport diverser weiterer Payloads auf den Mond zu schaffen.

Aktuell ist offen, wie die Europäische Raumfahrtagentur ESA und andere internationale Partner in die Vorhaben der US-Amerikaner eingebunden werden sollen. Sie arbeiteten in den meisten Fällen zuletzt darauf hin, mit dem sogenannten Lunar Gateway die oben erwähnte Station um den Mond kreisen zu lassen. Nach dem Willen der NASA soll die ISS stattdessen auf lange Sicht weiterbetrieben und aus- bzw. umgebaut werden.

Zusammenfassung
  • NASA-Chef Isaacman gibt Pläne für Raumstation in Mondumlaufbahn auf
  • Stattdessen soll eine Bodenstation auf dem Mond errichtet werden
  • Die geschätzten Kosten für das Vorhaben liegen bei 20 Milliarden Dollar (etwa 19 Milliarden Euro)
  • Ab 2027 sollen schrittweise 30 Roboter auf den Mond gebracht werden
  • Vor Ende 2028 soll eine atomreaktorbetriebene Sonde zum Mars starten
  • Nukleartechnologie soll für Antriebe und Bodenbetrieb genutzt werden
  • Einbindung der ESA und internationaler Partner ist derzeit noch offen

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