Idefix auf dem Weg zum Mars:
Erste Landung auf Mini-Mond Phobos
Japan hat eine Raumsonde zur Erforschung der Marsmonde Phobos und Deimos gestartet. Die Mission MMX (Martian Moons Exploration) hat auch Idefix an Bord, einen französisch-deutschen Rover, der auf Phobos landen soll.
Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bestätigte den erfolgreichen Start der unbemannten Mission mit einer H3-Trägerrakete. Diese hob am frühen Morgen vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Südwesten Japans ab. Rund eine Stunde später trennte sich die fünf Tonnen schwere Raumsonde planmäßig von der Oberstufe der Rakete. Die Mission kostet umgerechnet rund 500 Millionen Euro und wird von fünf Raumfahrtagenturen gemeinsam getragen.
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Im August 2027 soll die Sonde den Mars erreichen. Ihr Hauptziel ist Phobos, der größere der beiden Marsmonde. Der unregelmäßig geformte Himmelskörper hat einen Durchmesser von etwa 22,5 Kilometern und umkreist den Mars in nur rund 6000 Kilometern Höhe. Dabei benötigt er für drei Umläufe lediglich einen Marstag.
Etwa 100 Tage lang soll Idefix die Beschaffenheit des Mondes untersuchen und geeignete Stellen für die Landung und Probenentnahme durch eine weitere Landeeinheit erkunden. Danach übernimmt der stationäre Lander die entscheidende Aufgabe. Innerhalb von nur zwei Stunden soll er mindestens zehn Gramm Material aus dem Boden aufnehmen und für den Rücktransport vorbereiten. Im November 2030 soll die Sonde den Marsorbit verlassen. Zuvor sind mehrere Vorbeiflüge am kleineren Mond Deimos vorgesehen.
Die Proben könnten helfen, zwei konkurrierende Erklärungsansätze zur Entstehung von Phobos und Deimos zu überprüfen. Nach der Einschlaghypothese entstanden beide Monde aus Material, das bei einer Kollision eines größeren Himmelskörpers mit dem Mars ins All geschleudert wurde. Eine andere Theorie geht davon aus, dass es sich ursprünglich um Asteroiden handelte, die von der Schwerkraft des Mars eingefangen wurden. Das sollte sich letztlich durch einen Abgleich mit Material vom Mars selbst klären lassen.
Siehe auch:
- Japan startete eine unbemannte Marsmission erfolgreich mit einer H3-Rakete
- Fünf Raumfahrtagenturen finanzieren das Projekt mit rund 500 Millionen Euro
- Die Sonde soll den Mars im August 2027 erreichen und Phobos genau erforschen
- Der deutsch-französische Rover Idefix soll die Oberfläche vorab erkunden
- Ein Lander soll zehn Gramm Bodenproben sammeln und zur Erde zurückbringen
- Das Material könnte klären, ob Phobos einst durch einen Einschlag entstand
Japan mit Partnern
Die beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission neue Erkenntnisse über die Entstehung des Mars-Systems und möglicherweise auch über die Ursprünge des Lebens auf der Erde. Das Ziel ist auch, Proben von der Oberfläche des Mondes Phobos zurückzubringen. Die Rückkehr der Sonde ist für 2031 geplant.Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa bestätigte den erfolgreichen Start der unbemannten Mission mit einer H3-Trägerrakete. Diese hob am frühen Morgen vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Südwesten Japans ab. Rund eine Stunde später trennte sich die fünf Tonnen schwere Raumsonde planmäßig von der Oberstufe der Rakete. Die Mission kostet umgerechnet rund 500 Millionen Euro und wird von fünf Raumfahrtagenturen gemeinsam getragen.
Auf YouTube ansehenIm August 2027 soll die Sonde den Mars erreichen. Ihr Hauptziel ist Phobos, der größere der beiden Marsmonde. Der unregelmäßig geformte Himmelskörper hat einen Durchmesser von etwa 22,5 Kilometern und umkreist den Mars in nur rund 6000 Kilometern Höhe. Dabei benötigt er für drei Umläufe lediglich einen Marstag.
Proben für die Erde
Vor der eigentlichen Probenentnahme soll ein kleiner französisch-deutscher Rover namens Idefix auf Phobos abgesetzt werden. Wegen der extrem geringen Schwerkraft könnte das vierrädrige Fahrzeug bei der Landung zunächst mehrere Minuten über die Oberfläche hüpfen, bevor es zum Stillstand kommt. Allerdings ist noch völlig unklar, wie die Oberfläche beschaffen ist: Von festem Fels bis hin zu losem Staub ist alles möglich.Etwa 100 Tage lang soll Idefix die Beschaffenheit des Mondes untersuchen und geeignete Stellen für die Landung und Probenentnahme durch eine weitere Landeeinheit erkunden. Danach übernimmt der stationäre Lander die entscheidende Aufgabe. Innerhalb von nur zwei Stunden soll er mindestens zehn Gramm Material aus dem Boden aufnehmen und für den Rücktransport vorbereiten. Im November 2030 soll die Sonde den Marsorbit verlassen. Zuvor sind mehrere Vorbeiflüge am kleineren Mond Deimos vorgesehen.
Die Proben könnten helfen, zwei konkurrierende Erklärungsansätze zur Entstehung von Phobos und Deimos zu überprüfen. Nach der Einschlaghypothese entstanden beide Monde aus Material, das bei einer Kollision eines größeren Himmelskörpers mit dem Mars ins All geschleudert wurde. Eine andere Theorie geht davon aus, dass es sich ursprünglich um Asteroiden handelte, die von der Schwerkraft des Mars eingefangen wurden. Das sollte sich letztlich durch einen Abgleich mit Material vom Mars selbst klären lassen.
Siehe auch:
- Überraschung: Rover findet Spuren heißer Quellen auf dem Mars
- Triebwerksausfall im All: Japans H3-Rakete verliert Satellit
- Der Rover Perseverance stellt einen neuen Fahrrekord auf dem Mars auf
- Europas Mars-Rover Rosalind Franklin geht 2028 endlich auf die Reise
- Rätsel um riesige Mars-Eiswolke: Forscher entdecken Anomalie
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Videos zum Thema Mars
- Good Night Oppy: Doku über den Mars Rover Opportunity startet bald
- Deliver Us Mars: Erster Trailer enthüllt das Science-Fiction-Adventure
- Dritter Flug des Mars-Helikopters Ingenuity: höher, schneller, weiter
- NASA zeigt hochaufgelöstes Video des ersten Mars-Hubschraubers
- Mastcam-Z: Perseverance liefert beeindruckendes Mars-Video in 3D
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