Nach EA-Kauf: Saudis wollen offenbar auch Unity-Engine übernehmen

Ein Investorenkonsortium rund um den saudischen Staatsfonds PIF und Silver Lake Partners führt offenbar Gespräche über eine Übernahme von Unity. Nach dem kürzlichen Kauf von Electronic Arts rückt nun der bekannte Engine-Entwickler in den Fokus.
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WinFuture/Symbolbild
  • Der saudische Staatsfonds PIF plant mit Silver Lake den Kauf von Unity
  • Die Bewertung des Spiele-Engine-Entwicklers liegt bei 25 Milliarden Dollar
  • Nach den ersten Berichten stieg die Unity-Aktie um beinahe 15 Prozent an
  • Silver Lake besitzt bereits rund acht Prozent der Firmenanteile von Unity
  • Dasselbe Konsortium kaufte im August Electronic Arts für 55 Milliarden Dollar
  • Erstmals seit dem Börsengang 2020 erzielte Unity kürzlich Quartalsgewinne

Mögliche Übernahme im Gaming-Sektor

Ein Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds PIF und der Private-Equity-Firma Silver Lake Partners verhandelt angeblich über eine Übernahme des Software-Unternehmens Unity. In den vergangenen Wochen sollen Vertreter der Investorengruppe an den Entwickler der bekannten Spiele-Engine herangetreten sein, um einen möglichen Kauf auszuloten.

Im Rahmen der Gespräche stand offenbar eine Unternehmensbewertung von rund 25 Milliarden Dollar (etwa 22,2 Milliarden Euro) im Raum. Unity hat dem Vernehmen nach eine Investmentbank beauftragt, um die strategischen Optionen zu prüfen. Eine endgültige Einigung gibt es bislang nicht, sodass die Pläne noch scheitern oder sich ändern könnten. Erste konkrete Folgen hatte der Bericht aber, denn nach Bekanntwerden der ersten Berichte stieg der Aktienkurs von Unity um fast 15 Prozent an.


Vorgeschichte mit Electronic Arts

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, ist Silver Lake bereits eng mit Unity verbunden. Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft investierte 2017 rund 400 Millionen Dollar (etwa 355 Millionen Euro) und hält derzeit etwa acht Prozent der Anteile. Zudem sitzt Egon Durban, Co-CEO von Silver Lake, im Aufsichtsrat von Unity, weshalb er sich bei offiziellen Verkaufsentscheidungen voraussichtlich enthalten müsste.


Ein erfolgreicher Abschluss wäre ein weiterer großer Gaming-Deal der Investorengruppe. Erst im August hatte das Konsortium, zu dem auch Affinity Partners gehört, den Publisher Electronic Arts für 55 Milliarden Dollar (etwa 48,8 Milliarden Euro) übernommen. Seitdem kam es bei Electronic Arts zu umfangreichen Umstrukturierungen, unter anderem zur Schließung des Entwicklerstudios BioWare und zur Einstellung des nächsten Mass-Effect-Spiels.

Beliebte Engine und finanzielle Lage

Unity stellt eine der weltweit am häufigsten genutzten Spiele-Engines bereit. Insbesondere bei unabhängigen Entwicklern und im mobilen Segment ist die Software stark vertreten. So greifen etwa die bereits zum PIF-Netzwerk gehörenden Studios Scopely und Niantic für Titel wie Monopoly Go und Pokémon Go auf die Unity-Werkzeuge zurück. Auch abseits klassischer Videospiele kommt die Technik zunehmend in der Automobilindustrie oder Architektur zum Einsatz.

Finanziell verzeichnete Unity zuletzt positive Entwicklungen. Dank eines starken Wachstums der KI-gestützten Werbeplattform Vector wies das Unternehmen erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2020 einen Quartalsgewinn aus. Parallel dazu verzeichnet Unity jedoch auch Schulden in Höhe von rund 2,2 Milliarden Dollar (etwa 2 Milliarden Euro), die bei einer fremdfinanzierten Übernahme eine Rolle spielen könnten.

Ein weiterer großer Deal kündigt sich an. Wie bewertet ihr die wachsende Konsolidierung auf dem Spielemarkt? Teilt eure Gedanken gerne mit uns in den Kommentaren!

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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