Midterms: US-Bürger stimmen vielfach gegen neue Mega-Datenzentren
Die massive Expansion von KI-Rechenzentren in den USA stößt zunehmend auf Widerstand. Bei den Wahlen am Dienstag sprachen sich die Bürger in zahlreichen Bundesstaaten gegen Projekte oder geplante Erleichterungen für den Bau solcher Anlagen aus.
Lediglich ein kleiner Teil dieser Abstimmungen ging für die Betreiber der Infrastrukturen gut aus. In den allermeisten Fällen stimmten die Wähler - oft mit großen Mehrheiten - dafür, den Bau neuer Datenzentren in einer Region komplett zu verbieten oder aber nur Anlagen bis zu einer bestimmten Größe zuzulassen. Die Ergebnisse könnten die milliardenschweren Investitionspläne der Technologiebranche erheblich erschweren.
Lediglich im norddakotanischen Harwood lehnten die Wähler eine zusätzliche Überprüfung von Industrieprojekten ab, zu denen auch Rechenzentren zählen. Insgesamt standen entsprechende Vorlagen in zehn Bundesstaaten zur Abstimmung.
Besonders deutlich zeigte sich der Widerstand in Ohio. Mehr als die Hälfte aller Abstimmungen über den Bau und die Regulierung von Rechenzentren fand in diesem Bundesstaat statt. Gleichzeitig verlor der republikanische Senator Jon Husted gegen den Demokraten Sherrod Brown. Brown hatte Husted im Wahlkampf als politischen Vertreter der Rechenzentrumsindustrie dargestellt.
Ohio gilt als wichtiger Standort für die KI-Infrastruktur. OpenAI hatte im August angekündigt, acht Gigawatt Rechenkapazität auf dem PORTS-Pike-Technology-Campus bauen zu wollen. Das Vorhaben zählt zu den größten geplanten Rechenzentrumsprojekten weltweit. Die ersten Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, die Inbetriebnahme schrittweise ab 2028 erfolgen. SoftBank und SB Energy entwickeln den Standort gemeinsam mit dem US-Energieministerium. Nvidia unterstützt das Projekt, dessen Gesamtkosten mehr als 500 Milliarden Dollar (etwa 460 Milliarden Euro) erreichen könnten.
Auch in Wisconsin, Georgia und Texas gewannen Demokraten wichtige Wahlen mit Forderungen nach einer Pause oder strengeren Regeln für neue Rechenzentren. In Texas verlor Gouverneur Greg Abbott gegen Gina Hinojosa, die ihm vorwarf, den Ausbau der Anlagen zulasten lokaler Gemeinden vorangetrieben zu haben.
Laut einer Wählerbefragung durch den Sender CNBC spielten Rechenzentren für 56 Prozent der Befragten eine wichtige oder entscheidende Rolle bei ihrer Wahlentscheidung. Der Widerstand kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die großen Technologiekonzerne bereits Hunderte Milliarden Dollar (Hunderte Milliarden Euro) jährlich in KI-Infrastruktur investieren. Unterdessen treiben die gigantischen Anlagen Strompreise in die Höhe und belasten die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser.
Siehe auch:
- US-Bürger stimmten bei vielen Volksabstimmungen gegen neue KI-Rechenzentren
- Zahlreiche Regionen beschlossen strikte Bauverbote oder strenge Obergrenzen
- In Ohio siegten Demokraten nach Protesten gegen die Rechenzentrumsindustrie
- OpenAI plant am Standort Ohio ein gigantisches Projekt für Rechenkapazitäten
- Kritiker bemängeln steigende Strompreise und Gefahren für die Wasserversorgung
- Für die Mehrheit der Wähler beeinflusste das Thema ihre Wahlentscheidung stark
Fast alle Volksabstimmungen gegen die Industrie
In erster Linie wählten die Amerikaner am Dienstag neue Vertreter in Senat und Abgeordnetenhaus. In vielen Regionen und Bundesstaaten wurde dies aber auch mit der Stimmabgabe für Volksabstimmungen verbunden. In 41 Abstimmungen ging es dabei um die Frage, wie mit den Planungen für den Bau neuer großer KI-Rechenzentren umzugehen sei.Lediglich ein kleiner Teil dieser Abstimmungen ging für die Betreiber der Infrastrukturen gut aus. In den allermeisten Fällen stimmten die Wähler - oft mit großen Mehrheiten - dafür, den Bau neuer Datenzentren in einer Region komplett zu verbieten oder aber nur Anlagen bis zu einer bestimmten Größe zuzulassen. Die Ergebnisse könnten die milliardenschweren Investitionspläne der Technologiebranche erheblich erschweren.
Lediglich im norddakotanischen Harwood lehnten die Wähler eine zusätzliche Überprüfung von Industrieprojekten ab, zu denen auch Rechenzentren zählen. Insgesamt standen entsprechende Vorlagen in zehn Bundesstaaten zur Abstimmung.
Besonders deutlich zeigte sich der Widerstand in Ohio. Mehr als die Hälfte aller Abstimmungen über den Bau und die Regulierung von Rechenzentren fand in diesem Bundesstaat statt. Gleichzeitig verlor der republikanische Senator Jon Husted gegen den Demokraten Sherrod Brown. Brown hatte Husted im Wahlkampf als politischen Vertreter der Rechenzentrumsindustrie dargestellt.
Ohio gilt als wichtiger Standort für die KI-Infrastruktur. OpenAI hatte im August angekündigt, acht Gigawatt Rechenkapazität auf dem PORTS-Pike-Technology-Campus bauen zu wollen. Das Vorhaben zählt zu den größten geplanten Rechenzentrumsprojekten weltweit. Die ersten Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, die Inbetriebnahme schrittweise ab 2028 erfolgen. SoftBank und SB Energy entwickeln den Standort gemeinsam mit dem US-Energieministerium. Nvidia unterstützt das Projekt, dessen Gesamtkosten mehr als 500 Milliarden Dollar (etwa 460 Milliarden Euro) erreichen könnten.
Weitreichende Auswirkungen
Auch die Gouverneurswahl wurde wahrscheinlich zum Teil durch die Datenzentrums-Pläne beeinflusst. Die Demokratin Amy Acton setzte sich in Ohio gegen den Republikaner Vivek Ramaswamy durch. Sie fordert ein vorläufiges Moratorium für neue Rechenzentren, bis sichergestellt ist, dass diese sämtliche Energiekosten selbst tragen und ausschließlich Gewerkschaftsarbeiter beschäftigen.Auch in Wisconsin, Georgia und Texas gewannen Demokraten wichtige Wahlen mit Forderungen nach einer Pause oder strengeren Regeln für neue Rechenzentren. In Texas verlor Gouverneur Greg Abbott gegen Gina Hinojosa, die ihm vorwarf, den Ausbau der Anlagen zulasten lokaler Gemeinden vorangetrieben zu haben.
Laut einer Wählerbefragung durch den Sender CNBC spielten Rechenzentren für 56 Prozent der Befragten eine wichtige oder entscheidende Rolle bei ihrer Wahlentscheidung. Der Widerstand kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die großen Technologiekonzerne bereits Hunderte Milliarden Dollar (Hunderte Milliarden Euro) jährlich in KI-Infrastruktur investieren. Unterdessen treiben die gigantischen Anlagen Strompreise in die Höhe und belasten die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser.
Siehe auch:
- 10.000 Dollar für Rechenzentrums-OK geboten, Einwohner sagen dennoch nein
- Schlechtes Image: OpenAI will seine Rechenzentren umbenennen
- Überraschender KI-Schwenk: Playmobil plant 100-MW-Rechenzentrum
- Massive KI-Investitionen bringen bislang kaum messbaren Nutzen
- 38 Gigawatt bis 2032: Microsoft will KI- & Cloud-Kapazität verdreifachen
Themen:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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