Google lässt US-Schulen keine Wahl:
KI-Suche oder gar keine Suche
Google will amerikanischen Schulen den Zugang zu seiner regulären Internetsuche verwehren, wenn sie nicht dazu bereit sind, ihre Schüler auch den KI-Diensten des Technologiekonzerns auszusetzen. Die Begründung wirkt hanebüchen.
Das "Classroom"-Angebot hat dort einen so großen Marktanteil, dass Google offenbar die Chance wittert, auf diesem Weg die Nutzungszahlen seiner KI-Dienste zu pushen. Dieser Verdacht könnte jedenfalls aufkommen, wenn man die heute gegenüber der New York Times geäußerte Ankündigung hört, laut der Google den Schulen seine Websuche nicht mehr im Rahmen von "Classroom" zur Verfügung stellen will, wenn diese nicht auch die KI-Dienste nutzen, welche Teil des Bildungsangebots des Internetkonzerns sind.
Die Neuerung, welche ab Anfang 2027 eingeführt werden soll, hat allerdings einen Haken. Werden die KI-Dienste von Google Classroom deaktiviert, ist auch die Websuche nicht mehr für die Schüler der jeweiligen Bildungseinrichtungen zugänglich. Den Nutzern werde dann eine entsprechende Meldung angezeigt, laut der die Websuche im jeweiligen Fall nicht zur Verfügung steht, so das Unternehmen.
Google hatte im August begonnen, KI-Funktionen in der Classroom-App für die "K12"-Schulen in den USA zum Standard zu machen, was für einige Kritik von Bildungseinrichtungen sorgte. Es sollte den Schulen selbst überlassen bleiben, ob sie Googles KI-Dienste aktiv nutzen wollen. Google macht diese Änderungen nun zwar rückgängig, knüpft das Ganze aber an die oben beschriebenen Bedingungen.
Ab Anfang 2027 wird es Schülern in den USA nur noch möglich sein, mit zwei Varianten von Googles "Suche" zu arbeiten. Die eine Ausgabe entspricht dem, was viele Nutzer von der öffentlich zugänglichen aktuellen Ausgabe der Google-Suche kennen - inklusive der KI-Übersichten und KI-Chats, die Google mittlerweile allen Nutzern aufdrückt. Die andere Variante ist eine Suche mit der als "Guided Learning" bezeichneten Schülerversion des KI-Chatbots Gemini.
Siehe auch:
- Google Classroom wird in den USA an sehr vielen Schulen bis Klasse 12 genutzt
- Schulen erhalten künftig formell mehr Kontrolle über die KI-Nutzung vor Ort
- Ohne aktivierte KI-Dienste sperrt Google ab 2027 die Websuche für Schulen
- Der Konzern begründet den Schritt mit der tiefen Verzahnung beider Systeme
- Zuvor gab es deutliche Kritik an der automatischen Aktivierung der KI-Tools
- Ab 2027 stehen Schülern nur noch zwei stark KI-geprägte Suchvarianten bereit
Google macht den (KI-)Sack zu
Google bietet in den USA eine Reihe von Software- und Dienstepaketen für den Bildungssektor an, die man als Teil einer "Classroom" genannten Plattform vermarktet. Das Paket, zu dem unter anderem auch Gmail, Google Docs und andere bekannte Produkte gehören, wird in den Vereinigten Staaten vielerorts in sogenannten "K12"-Schulen verwendet, also in primären und sekundären Schulen bis zur 12. Klasse.Das "Classroom"-Angebot hat dort einen so großen Marktanteil, dass Google offenbar die Chance wittert, auf diesem Weg die Nutzungszahlen seiner KI-Dienste zu pushen. Dieser Verdacht könnte jedenfalls aufkommen, wenn man die heute gegenüber der New York Times geäußerte Ankündigung hört, laut der Google den Schulen seine Websuche nicht mehr im Rahmen von "Classroom" zur Verfügung stellen will, wenn diese nicht auch die KI-Dienste nutzen, welche Teil des Bildungsangebots des Internetkonzerns sind.
Classroom: Google verspricht Schulen mehr Kontrolle
Eigentlich hat Google heute eine Reihe von Neuerungen rund um Classroom angekündigt, mit denen der Konzern den Schulen, Lehrern und Eltern mehr Kontrolle über die Verwendung von KI-Diensten im Unterricht geben will. So soll Classroom nur noch dann KI-Tools enthalten, wenn die jeweiligen Administratoren der Schulen dies auch explizit aktivieren.Die Neuerung, welche ab Anfang 2027 eingeführt werden soll, hat allerdings einen Haken. Werden die KI-Dienste von Google Classroom deaktiviert, ist auch die Websuche nicht mehr für die Schüler der jeweiligen Bildungseinrichtungen zugänglich. Den Nutzern werde dann eine entsprechende Meldung angezeigt, laut der die Websuche im jeweiligen Fall nicht zur Verfügung steht, so das Unternehmen.
Google sagt, KI und Suche sind zu eng verwoben
Als Grund dafür verweist Chris Phillips, Vice President for Education bei Google, auf die inzwischen sehr enge Verzahnung von KI- und Suchdiensten. Weil es eine weitreichende Integration von Websuche und KI-Services gebe, lassen sich diese also angeblich nicht mehr getrennt anbieten.Google hatte im August begonnen, KI-Funktionen in der Classroom-App für die "K12"-Schulen in den USA zum Standard zu machen, was für einige Kritik von Bildungseinrichtungen sorgte. Es sollte den Schulen selbst überlassen bleiben, ob sie Googles KI-Dienste aktiv nutzen wollen. Google macht diese Änderungen nun zwar rückgängig, knüpft das Ganze aber an die oben beschriebenen Bedingungen.
Ab Anfang 2027 wird es Schülern in den USA nur noch möglich sein, mit zwei Varianten von Googles "Suche" zu arbeiten. Die eine Ausgabe entspricht dem, was viele Nutzer von der öffentlich zugänglichen aktuellen Ausgabe der Google-Suche kennen - inklusive der KI-Übersichten und KI-Chats, die Google mittlerweile allen Nutzern aufdrückt. Die andere Variante ist eine Suche mit der als "Guided Learning" bezeichneten Schülerversion des KI-Chatbots Gemini.
Siehe auch:
- Keine Lust auf KI-Suchergebnisse? Google schickt Nutzer zu Konkurrenz
- Google gegen Website-Betreiber: KI-Übersicht in der Suche noch größer
- Google Suche, Discover und News: Neue Optionen für Personalisierung
- Google-Suche setzt voll auf KI - und so auch auf KI-erzeugte Werbung
- Nach 28 Jahren: Google schmeißt Such-Button von der Startseite - für KI
Themen:
Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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